HoKo on Tour 2016 

Große Schleife 

zurück zurück Nachdem wir unser neues Boot nach Wolzig überführt hatten, standen erst einmal Arzt- und Handwerkertermine auf dem Programm. In dieser Zeit haben wir kleinere Touren zum Hölzernem See (mit Übernachtung auf dem See) und zum Storkower See mit Scharmützelsee (6 Nächte, davon 4 Nächte auf den Seen) unternommen. Es war dies eine gute Gelegenheit, die elektrische Ankerwinsch zu testen, denn schließlich hatten wir diese genau für Übernachtungen auf den Seen nachgerüstet. Gegen Ende der letzten Tour verabschiedete sich dann die Fernbedienung der Ankerwinsch, der Anker konnte nur noch abgelassen aber nicht mehr eingeholt werden. Das Lichten des Ankers musste also über die normale Bedienung am Steuerpult durchgeführt werden. Da man dabei den Anker nicht sieht, haben wir unsere hervorragende Teamarbeit unter Beweis gestellt: Gisela bediente das Steuerpult und ich gab vorne Handzeichen.  Ich habe dann umgehend mit der Werft in Holland Kontakt aufgenommen und den Defekt der Fernbedienung beanstandet. Wir waren uns schnell einig, dass der Austausch der Fernbedienung die beste Art der Fehlerbehebung sei. Also packte ich die Fernbedienung ein und das Päckchen wurde auf die Reise nach Holland geschickt. Parallel dazu wurde uns eine neue Fernbedienung an unsere Heimatadresse nach Berlin geschickt.  Diese defekte Fernbedienung führte jedoch dazu, dass wir unsere zweite geplante Tour - die "große Schleife" über Untere Havel, Elbe, Elde, Müritz und Obere Havel - erst verspätet beginnen konnten bzw. die Route verändert haben. (Wir wollten ja des Öfteren auf den Seen übernachten und dazu brauchten wir die Fernbedienung, weil es mit der Fernbedienung einfach bequemer ist). Wir hatten unsere netten Nachbarn, die unseren Briefkasten bereits bei unserem ersten Törn regelmäßig geleert hatten, darum gebeten, uns anzurufen, wenn das Päckchen aus Holland angekommen ist. Solange wollten wir uns in den Berliner Gewässer aufhalten.  Am 03.08. starteten wir unsere zweite größere Tour und fuhren von Wolzig über die Dahme, Zeuthener See, Seddinsee, Dämeritzsee, Flakensee und Kalksee zum Stienitzsee, der MC Stienitzsee sollte für die nächsten beiden Tage unser Gastgeber sein. Bei Sonne und Wind erkundeten wir mit unseren Fahrrädern, die glücklicherweise an der Reling befestigt werden können, ohne beim Festmachen des Bootes hinderlich zu sein, die Gegend. In der zweiten Nacht begann es dann ausgiebig zu regnen. Und da der Regen auch vormittags immer noch nicht aufhörte, entschlossen wir uns, die Gastfreundschaft des Motorsport Clubs für eine weitere Nacht in Anspruch zu nehmen. Nachmittags hörte es dann endlich auf zu regnen und wir konnten noch eine kleine Wanderung rund um den Kleinen Stienitzsee unternehmen.  Am nächsten Tag spielte der Wettergott mit und es ging zurück über den Flakensee in die Löcknitz und von dort über den Werlsee zum Peetzsee und wieder zurück zum Werlsee. Da es wieder relativ windig wurde, haben wir dann nicht auf dem See übernachtet, sondern sind zum Gemeindeanleger Grünheide (am Rande des Werlsee) gefahren. Dort gibt es eine Steganlage an der man für maximal 48 Stunden anlegen kann. Als wir die Gewitterwolken aufziehen sahen, wussten wir, dass wir eine gute Entscheidung getroffen hatten. Letztendlich blieben wir tatsächlich zwei Tage an dem Steg liegen. Das Wetter blieb trocken, zum Teil sonnig, aber es war windig.  Abends bekamen wir den ersehnten Anruf unseres Nachbarn, das erwartete Päckchen aus Holland war da. Wir machten uns deshalb am nächsten Morgen auf den Weg nach Erkner und machten unser Boot am Stadtanleger Erkner im Dämeritzsee fest. Bei Sonnenschein und wenig Wind - also ideales Fahrradwetter - ging es mit dem Drahtesel nach Friedrichshagen, um die Fernbedienung der Ankerwinsch zu holen. Wir waren schon eine Woche unterwegs, aber lediglich 10 km von zuhause entfernt. Es kam uns aber vor, als befänden wir uns in einer anderen Welt: die Hektik Berlins war gar nicht mehr zu spüren. Wieder an Bord habe ich die Fernbedienung natürlich sofort getestet, alles war OK, unsere zweite Tour konnte nun endlich richtig beginnen.  Das Ziel des nächsten Tages war Potsdam. Unser Weg führte uns durch Klein Venedig nach Köpenick, da wir noch Diesel bunkerten. Vollgetankt ging es dann durch den Teltowkanal nach Potsdam, wo wir beim Sportclub SV Lokomotive e.V. einen guten Liegeplatz erhielten. Den Rest des Tages sowie den nächsten Tag nutzten wir, um Potsdam zu erkunden. In diesen 1,5 Tagen haben wir dank unserer Fahrräder viel von Potsdam gesehen: Park Babelsberg (den wir von unserem Liegeplatz aus sehen konnten), Landtag, Nikolaikirche und natürlich auch Sanssouci. Aber 1,5 Tage sind wirklich viel zu wenig, an manchen Orten hätte man viel länger bleiben können.  Bei leichtem Nieselregen haben wir Potsdam am 12.08. wieder verlassen, um die Stadt Brandenburg in Land Brandenburg zu besuchen. Die Fahrt über die (Untere) Havel ist sehr schön, da sich die Havel hier oftmals zu kleinen Seen verbreitert oder in Nebenarme verzweigt. Das Wetter wurde schnell besser und bei leichter Bewölkung, aber mit gutem Wind, näherten wir uns der Schleuse Brandenburg.  In der Havel Marina direkt vor der Schleuse fanden wir einen Platz für zwei Tage. Mit den Fahrrädern erkundeten wir Brandenburg (Neustadt, Altstadt, Dom, Rathaus, Jahrtausendbrücke) und haben dabei schnell gesehen, dass sich seit unserem letzten Besuch, der allerdings schon ein paar Jahre her ist, Brandenburg sehr - zu seinem Vorteil - verändert hat. Vielleicht hängt dies auch mit der Bundesgartenschau 2015 zusammen, denn wir haben selbst 2016 noch viele "Überbleibsel" der BUGA gesehen.  Bei strahlender Sonne haben wir am 14.08. Brandenburg mit Ziel Rathenow den Rücken gekehrt. Die Fahrt über Plauer See und eine mäandernde Havel war entspannend und die sich öfter ändernde Landschaft konnten wir bei wenig Bootsverkehr genießen. Hatten wir bei Abfahrt mit vielen langsamen Floßboten gerechnet, waren wir nun positiv überrascht, denn es waren hier auf der Havel kaum welche zu sehen. Beim Rathenower Wassersportverein haben wir einen ruhigen Liegeplatz, ideal gelegen um die Stadt mit dem Fahrrad zu "erfahren", für drei Tage gefunden. Rathenow war 2015 ebenfalls Ausrichter der Bundesgartenschau und hatte dafür speziell den Optikpark hergerichtet. Über die zur BUGA neu erbauten Weinbergbrücke waren wir mit dem Fahrrad schnell beim Eingang zum Optikpark, über den meine Meinung zweigeteilt ist. Die gärtnerische Gestaltung ist sehr gelungen, selbst in diesem Jahr war eine wunderbare Blumenpracht zu bewundern. Aus historischer Sicht war Rathenow immer eine Stadt der Optik, daher war die Idee einer Ausstellung mit optischen Geräten sicherlich naheliegend. Die Ausstellung selbst kann ich aber nur als sehr dürftig bezeichnen. Es waren lediglich ein Brachymedial-Fernrohr,  einige Schautafeln zu unserem Sonnensystem und wenig weitere Schautafeln zum Thema Optik bzw. Rathenower Persönlichkeiten zu diesem Thema zu sehen. Hier hatte ich doch bedeutend mehr erwartet. Lohnenswert - wenn wegen der hügeligen Landschaft auch anstrengend - war der Ausflug zum Weinberg mit dem bekannten, 32 m hohen Bismarckturm. Die Aussicht von oben war kolossal.  Weiter ging es die Havel abwärts nach Havelberg. Über die Fahrt gibt es nichts Besonderes zu berichten: einfach schön. In der Marina im Winterhafen lagen wir zentral in der Stadt, sodass wir diesmal die Fahrräder an Bord gelassen haben. Auch ist Havelberg relativ hügelig, insbesondere, wenn man den Dom besichtigen möchte. Wir legten hier wieder einen Hafentag ein, weil wir den Dom besichtigen wollten. Das Sprichwort sagt "viele Wege führen nach Rom" oder passend für Havelberg "viele Wege führen zum Dom". Wir wählten für den "Aufstieg" die Treppen aus der Altstadt hinauf. Ich hatte zwar die Stufen gezählt, aber leider vergessen, das Ergebnis aufzuschreiben. Auf jeden Fall waren es weit über 100 Stufen. Der Dom ist übrigens sehenswert; wer Havelberg besucht, sollte einen Dombesuch immer einplanen. Auf dem Domvorplatz stehen zwei Statuen vom russischen Zar Peter der Große und dem preußischem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Wie man sehen kann, schöne Motive für eigene Fotos. Zurück zum Boot sind wir übrigens den normalen Straßenweg gegangen. Als wir unten waren, waren wir beide froh, auf die Fahrräder verzichtet zu haben.   Die kommende Etappe war wie immer die spannendste: die Elbe von Havelberg bis Dömitz. Wir hatten schon in der letzten Woche die Pegelstände der Elbe interessiert verfolgt und hatten auch schnell gemerkt, dass die Elbe wie immer ist: entweder zu viel oder zu wenig Wasser. Diesmal tendierte die Elbe wieder in Richtung zu wenig. Der Pegel von Dömitz war in den letzten Tagen permanent gefallen und hatte nun einen Stand erreicht, der uns so gerade noch reichen würde (natürlich ein bisschen Sicherheitsreserve einkalkuliert). Morgens im Hafen von Havelberg noch einmal den Pegel abgerufen und die Entscheidung stand: wir fahren. Also alle Leinen los und auf ging's. Via Funk uns an der Schleuse angemeldet und nach einer kurzen Wartezeit wurden wir zur Elbe geschleust. Kaum auf der Elbe angekommen, begann auch schon das wohl bekannte "Elbkreuzen". Die Fahrt bis Dömitz besteht aus einem permanentem Wechsel der Fahrrinne: linkes Ufer - rechtes Ufer - linkes Ufer ...Nach circa 6 Stunden erreichten wir in Dömitz die Einfahrt zur Elde. Die geringste Wassertiefe, die unser Echolot auf der Elbe angezeigt hatte, war übrigens 1,15 m. Bedenkt man, dass wir abhängig von der Beladung einen Tiefgang bis zu 1,10 m haben, hatten wir manchmal also nur noch die berühmte Handbreit Wasser unter dem Kiel.  In der Elde ca. 100 m vor der Schleuse  sahen wir erstmal mehrere Schiffe, die anscheinend alle auf eine Schleusung warteten. Die Signalisierung zeigte auch rot. Trotzdem griff ich zum Telefon, Funk wird auf der Elde nicht eingesetzt, und rief bei der Schleuse an. Die Schleusenwärterin reagierte ganz erstaunt auf meine Anfrage und sagte, dass ihre Signalanzeige auf "grün" stände. Nun war es an meiner Reihe erstaunt zu sein. Ich sah mir die Signalisierung noch einmal an und sah dann auch das Schild unter der Ampel. Was wir sehen konnten war sie Signalisierung für eine vor der Schleuse gelegenen Brücke. Diese war natürlich "rot" da die Brücke geschlossen war. Die Brückenhöhe war (und ist es immer noch) jedoch so, dass wir ohne Brückenöffnung darunter durchfahren konnten. Also Vorwärtsgang wieder rein, Brücke passieren und schon sahen wir die auf "grün" stehende Signalisierung der Schleuse. Ein Blick zurück zeigte, dass uns nun einige Boote folgten. Nun waren wir aber die Ersten, tja es ist wie so oft im Leben: wer Lesen kann ins im Vorteil (und wer telefonieren kann, manchmal auch). Die Schleusung selbst war unspektakulär, wenn man davon absieht, dass ein größeres, altes Boot mit einem älteren Paar mitschleuste und der ältere Mann erstmal ein ausgiebiges Pläuschchen mit der Schleusenwärterin führte. Aber letztendlich wurden wir doch geschleust und erreichten kurz darauf den Wasserwanderrastplatz in Dömitz, unsere Station für eine Nacht.  In der Nacht regnete es dann aber glücklicherweise hörte der Regen morgens wieder auf. Es war zwar noch bewölkt aber schon relativ warm, kurz gesagt: es war schwül. Es begann nun das, was uns in den nächsten Tagen begleiten würde: viele Schleusen, die alle bewältigt werden wollten. (Allein auf der Elde müssen 17 Schleusen bewältigt werden. Dann hat man die Müritz erreicht. Von der Müritz bis Berlin sind es dann noch einmal 16.) Um 10 Uhr haben wir den Hafen verlassen und waren nun allein auf der Elde unterwegs. Die Elde-Schleusen sind fast alle in Selbstbedienung, d.h. man hat hier den Schleusenwärter eingespart und auf Automatikbetrieb umgestellt. Der Bootsfahrer muss nun via Hebel seinen Wunsch zur Schleusung kundtun und warten, bis die Schleuse geöffnet wird. In der Schleusenkammer dann wieder Hebel ziehen, um die Schleusung einzuleiten. Selbstverständlich vergeht vom Hebelziehen bis zur Aktion an/in der Schleuse immer Zeit, da die Automatik anscheinend immer mit zeitlichen "Sicherheitsreserven" arbeitet. Man kann das Ganze auch so ausdrücken: die Automatikschleusen sind um ein vielfaches langsamer als ein menschlicher Schleusenwärter, aber "man" (Kommune, Land, Bund?) spart damit Personalkosten. Wir hatten mit den Schleusen heute Glück, die Wartezeiten waren sehr gering und so erreichten wir nach 5 passierten Schleusen gegen 16 Uhr den Wasserwanderrastplatz Eldekrug. Hier wollten wir die Nacht verbringen. Der Hafenbetreiber wies uns den Platz zu und bemerkte noch, dass abends eine Hochzeitfeier stattfinden würde. Wir sahen uns etwas um und bemerkten auch schon ein größeres Zelt. Die Feier wäre also ca. 20 m von unserem Boot entfernt. Wir sahen uns nur an und hatten den gleichen Gedanken: an Nachtruhe wäre diese Nacht nicht zu denken. Also das Boot wieder los gemacht und weiter ging die Fahrt (ca. 30 min) bis zum Stadthafen von Grabow. Hier lagen wir an der Kaimauer und hatten eine ruhige Nacht.  Am nächsten Morgen war als erstes die Hubbrücke und Schleuse in Grabow zu bewältigen. Die Brücke war in Sichtweite von unserem Liegeplatz und sollte um 10:30 geöffnet werden. Wir machten uns also rechtzeitig (also um 10:25 Uhr) auf den Weg und standen kurz danach vor der Brücke, aber nichts geschah. Im Garten frühstückten noch ein paar Leute und diese riefen uns zu, dass wir an der Wartestelle eine Klingel bedienen müssten, damit die Brücke geöffnet wird. Also links zur Wartestelle ran und die Klingel bedienen. Es passierte nichts. Nochmal zur Klingel hin, genau lesen, die Telefonnummer entdecken und dort anrufen. Mittlerweile war es 10:35 Uhr. Dem Menschen am anderen Ende der Leitung erklärte ich nun den Grund meines Anrufs und er meinte ganz lapidar "die nächste Brückenöffnung ist um 11:30". "Mist" dachte ich nur (was ich wirklich dachte ist nicht stubenrein) und spielte nun meinen ganzen Charme aus, um eine sofortige Brückenöffnung zu erreichen. Ich weiß nicht mehr, was ich alles sagte, aber tatsächlich, der gute Mensch öffnete die Brücke. Hier dafür nochmal ein ehrliches DANKE. Der Rest des Tages war wieder unspektakulär, 4 Schleusen und wir erreichten gegen 17 Uhr den Wasserwanderrastplatz Matzlow-Garwitz. Ein freundlicher Hafenmeister half beim Anlegen, gab uns noch einige Auskünfte zum Ort, kassierte natürlich die Liegegebühr und brachte uns nächsten Morgen Brötchen zum Boot. Erstklassiger Service in Matzlow-Garwitz. (Hinweis für die Bootsfahrer: Dort gibt es eine der seltenen Bootstankstellen mit Diesel und Super!)  Das Essen in der (einzigen) Gaststätte am Ort war gut und ein (oder zwei) Bierchen nach den Erlebnissen des Tages waren auch nicht zu verachten. Die anschließende Nacht war sehr ruhig und ausgeschlafen setzten wir morgens die Fahrt fort. Immer noch waren wir alleine unterwegs. Im Hafen war auch nur ein einziges Charterboot zu sehen gewesen, das jedoch schon weg war. Nach drei Schleusen erreichten wir gegen 17 Uhr die Marina Lübz. Wir hatten Glück und fanden noch einen Liegeplatz, es war der letzte freie. Den Blick durch den Hafen schweifen lassen und es war klar, es war so weit: wir waren im Charterboot-Revier angekommen (im Hafen selbst war sogar eine Charterstation). Außer leckeres Lübzer Pils hat die Stadt nicht viel zu bieten und so fuhren wir nächsten Morgen wieder los. Kaum aus dem Hafen raus merkten wir: Charterboot-Revier. Vor der Schleuse lagen bereits mehrere große Charterboote. Die Wartestelle war bereits voll, wir fanden aber noch eine Festmachemöglichkeit auf der anderen Uferseite. Es begann nun das Warten. Erfreulicherweise wird die Lübzer-Schleuse noch von Menschen bedient, es geht also alles schneller. Trotzdem brauchten wir ca. 70 Minuten, bis wir endlich die Schleuse passiert hatten. Aber es sollte noch viel schlimmer kommen. Selbstbedienungsschleuse Bobzin, drei große Charterboote und vier kleine Boote vor uns. Die Schleusentore öffnen sich, die Boote fahren aus und von unserer Seite fahren zwei große und ein kleines Boote in die Schleuse, mehr passen nicht hinein. Die nächste Schleusung würden wir also auch noch nicht schaffen: ein großes und drei kleine vor uns und die Schleuse ist voll. Nun, die Hochschleusung lief, die Gegenschleusung ließ auch nicht lange auf sich warten, und wie vorhergesehen, wir passten nicht mehr hinein.  Die nächste Schleusung, das ist unsere, sagte ich zu Gisela. Aber nun passierte erst mal gar nichts. Besser, es passierte etwas, aber das war nicht gut. Wir konnten von unten sehen, dass oben ein Boot in die Schleusenkammer fuhr. Mehr passierte nicht. Dann war das Boot auf einmal wieder weg. Was machen die da oben? Plötzlich war oben wieder ein anderes Boot zu sehen. Und es war wieder weg. Spinnen die da oben? Es dauerte fast zwei Stunden bis unten die Schleusentore aufgingen. Herausgekommen sind dann lediglich drei kleinere Charterboote. Anschließend konnten wir endlich schleusen. Für diese Schleuse Bobzin haben wir tatsächlich drei Stunden gebraucht. Ich hasse manchmal Charterboote. Diese aufgezwungene Pause hat nur einen Vorteil. Die Boote, die vor uns geschleust hatten, waren natürlich nun weit weg. Als Folge davon haben wir bei den folgenden Schleusen bis Plau kaum noch Wartezeiten gehabt. Allerdings war es auch schon 18:45 Uhr als wir endlich im Hafen Plau den Liegeplatz erreichten. Dies war unser mit Abstand längster Reisetag.  Plau hatten wir früher schon einmal besucht und in unserer Erinnerung kamen wieder Bilder von heruntergewirtschafteten Häusern und Straßen hervor. Desto größer war nun unsere Überraschung. In Plau hat sich seit unserem letzten Besuch viel verändert. Viele Häuser und Straßen sind saniert, die Gaststätten und Cafés sind einladend und haben ein gutes Angebot. Ob die vielen Touristen kommen, weil die Stadt wieder so gut aussieht oder ob die Stadt wieder so gut aussieht, weil so viele Touristen kommen (und das notwendige Geld für Sanierungen bringen) sei hier offen gelassen. Das Fazit ist für uns auf jeden Fall: Plau ist einen Besuch wert.  Unser nächstes Ziel war die Marina Maribell am Jabelschem See, in der wir für vier Tage einen Liegeplatz reserviert hatten. Wir fuhren ein bisschen spät in Plau los, deshalb mussten wir uns beeilen rechtzeitig in Malchow an der Drehbrücke zu sein. Die Zeit der planmäßigen Brückenöffnung schafften wir zwar nicht mehr, aber es war so viel Bootsverkehr auf dem Malchower See, dass wir selbst trotz unserer 15-minütigen Verspätung die Brücke passieren konnten. Schön dem Tonnenstrich folgend erreichten wir dann am frühen Nachmittag unser Ziel. Zur Marina Maribell möchte ich gar nichts weiter sagen außer: ein hervorragender Service zum angemessen Preis.  Die kommenden vier Tage verbrachten wir dann mehr auf unseren Fahrrädern als auf dem Boot. Die erste, kürzere Tour führte uns in Richtung Wisent-Gehege. Das Gehege selbst haben wir dabei nicht besucht, da wir es von einer früheren Tour bereits kennen. Allerdings reizte uns der Fischereihof in Damerow. Wir bestellte uns Kibbeling, in Erinnerung hat den Groninger Marktbesuch unserer. Wir hätten besser etwas anderes bestellt, denn der Vergleich mit Groningen geht ganz klar zugunsten Groningen aus.  Die nächste Tour führte uns nach Malchow zur Drehbrücke. Die Fahrradwege dorthin waren, bis auf ein kurzes Stück sehr gut. Die nicht so gute Strecke war wohl eine Abkürzung die unser Handy-Navigationsprogramm kannte, es waren reine Feldwege, die wohl für einen Fußgänger nicht jedoch für einen Radfahrer geeignet waren. Auf dem Rückweg sind wir dann einen offiziellen Radweg gefahren. Diese Strecke war viel besser zu bewältigen und war sogar noch kürzer als die Hintour.  Auch Waren an der Müritz war uns einen Fahrradbesuch (hervorragender Radweg von Jabel bis Waren!) wert. Diese Stadt und den Hafen kannten wir ebenfalls von früher. Allerdings muss man sagen, wir haben die Gegend zum Teil nicht wieder erkannt. Der Hafen scheint größer und vielmehr bebaut zu sein. Für uns wird Waren mit dem Boot wohl kein Ziel mehr sein. Wir bleiben dann lieber in einem der Häfen in der näheren Umgebung.  Nach unserer Planung wollten wir am Montag, 29.08.2016, Jabel wieder verlassen. Die Wettervorhersage bescherte uns aber einen weiteren Hafentag, da wir die vorhergesagten Windgeschwindigkeiten (Windstärke 6 in Böen bis 8) nicht auf der Müritz erleben wollten. Also ging es erst am Dienstag bei sonnigen Windstärken 3-4 über die Müritz nach Mirow. In Mirow legten wir zuerst im Stadthafen, ein kleiner Stichkanal im Mirower See, an. Außer einer Liegemöglichkeit wurde hier nichts geboten, dafür gab es die Besonderheit, dass die Liegegebühren pro Stunde - üblich ist pro Tag - berechnet werden. Eine kurze Überschlagsrechnung brachte schnell das Ergebnis: zu teuer. Also wieder abgelegt, um die nächste Kurve gefahren und schon winkte vom Ufer eine freundlicher Mensch und bot uns einen Liegeplatz an. Hier konnten wir für wenig Geld und mit Brötchenservice eine ruhige Nacht erleben.  Nach dem Frühstück mit den frischen Brötchen ging es bei strahlender Sonne über Zotzensee, Vilzsee und Labussee weiter zum kleinen Pälitzsee. Nachdem wir in den letzten Wochen immer nur auf Flüssen unterwegs waren, hatten wir nun die Gegend mit den vielen Seen erreicht. Da unsere Bootsfreunde aus Berlin uns vor den vielen Hausbooten in dieser Gegend gewarnt hatten, änderten wir unsere Taktik. Wir fuhren zwar relativ früh morgens los, ankerten dann aber mittags auf einem See, um nachmittags die Schleusen zu meistern und die Nacht vor Anker auf einem See zu verbringen. Die Hoffnung war, dass wie meisten Hausboote nachmittags bereits ihr Ziel erreicht haben und demzufolge die Scheusen leer sein müssten. Heute ging diese Rechnung auf. Wir ankerten auf dem Vilzsee und fuhren nachmittags zum kleinen Pälitzsee. Die Schleusen Diemitz und Canow waren jeweils in 20 Minuten passiert, unsere Taktik schien aufzugehen.  Bei Sonne haben wir morgens gefrühstückt und da sah ich in der Ferne eine Invasion von Hausbooten auf uns zu kommen (tatsächlich waren es drei Hausboote). Da wir die gestrige Taktik heute nicht anwenden konnten, die nächste Schleuse musste erst passiert werden, bevor wieder ein See kam, führten wir einen "Spontanaufbruch" durch. Schnell den letzten Bissen runter, Anker hoch und nichts wie weg. Wir schafften es tatsächlich bis zur nächsten Schleuse Strasen, alle Hausboote hinter uns zu lassen. Allerdings waren wir trotzdem nicht die ersten an der Schleuse, es waren bereits drei Boote vor uns, so dass wir erst bei zweiten Schleusung dabei waren. Nun konnte unsere gestrige Taktik wieder greifen, wir machten also auf dem Ellbogensee circa drei Stunden Pause und fuhren dann zum Stolpsee bei Fürstenberg. Die dabei zu passierenden Schleusen, Steinhavel und Fürstenberg, waren auch heute wieder jeweils in rekordverdächtigen 15-20 Minuten  geschafft. Auf dem Stolpsee hatten wir eine gute Ankermöglichkeit gefunden. Gisela machte ein leckeres Abendbrot und nach Sonnenuntergang kam die Müdigkeit (zu viel Sauerstoff macht halt müde) durch und wir gingen zu Bett. Aber die Nachtruhe dauerte nicht lange und es war ein deutliches Sirren zu hören: Mückenalarm! Hatten wir sonst ab und zu mal eine einzelne Mücke im Schlafzimmer, war es nun fast eine Invasion. Hier konnte nur ein schweres Geschütz helfen: der Staubsauger. Ich brauchte circa 20 Minuten, bis unser Schlafzimmer wieder mückenfrei war. Die Nachtruhe konnte weiter gehen. Wir blieben auf dem See noch eine weitere Nacht, die Mückeninvasion wiederholte sich glücklicherweise nicht.  Nun war wieder Havelfahrt angesagt. Beim Frühstück konnten wir sehen, dass auf dem Stolpsee und damit auch auf der Havel überhaupt kein Verkehr war. Also haben wir in Ruhe zu Ende gefrühstückt und sind dann gemütlich in Richtung Schleuse Bredereiche gefahren. Bootsverkehr auf der Havel war fast nicht vorhanden und als wir die (Selbstbedienungs-) Schleuse erreichten, waren wir tatsächlich die einzigen. Wir meldeten uns zur Schleusung an, die Schleusentore öffneten sich langsam und wir konnten einfahren. Ein Blick zurück und wir sahen gerade noch ein weiteres Boot kommen. Wir warten die zwei Minuten und schleusten diese und die weitern Schleusen (Regow, Zaarewn und Schorfheide) zusammen. Kurz darauf hatten wir unsere Tagesziel Zehdernick erreicht. Bei schlechter werdendem Wetter legten wir im Stadthafen Zehdenick, direkt neben der Schleuse, für zwei Tage an. Zehdenick entpuppte sich für uns als "sterbende" Stadt, deshalb kamen wieder unsere Fahrräder zum Einsatz. Über den Ziegeleipark (sehr interessant!) fuhren wir bis nach Burgwall. Auf der Rücktour zwang uns ein kurzer Schauer zu einer kleinen Pause in der Nähe des Ziegeleiparks, bevor es wieder zurück nach Zehdenick ging. Kaum am Boot angekommen, merkten wir, dass wir mal wieder eine Punktlandung hatten. Es gab ein langes, kräftiges Gewitter mit reichlich Wasser von oben, aber wir waren trocken im Boot.  Als wir am nächsten Morgen aufstanden war es nicht nur warm sondern auch nass, unangenehmer Nieselregen hatte sich breit gemacht. Wir wollten an und für sich heute weiterfahren, aber bei diesem Wetter? Wir beschlossen, erst einmal unsere Vorräte wieder zu ergänzen. Die Fahrräder standen noch beim Hafenmeister im Fahrradständer, also ging es mit dem Rad zum nächsten Discounter. Als wir wieder zurück waren, hatte das Wetter sich gebessert. Es war nun warm und trocken, also kein Grund mehr heute nicht weiter zu fahren. Vom Boot aus konnten wir die Schleuse beobachten und als wir sahen, dass ein Boot hoch geschleust wurde, machten wir uns auf den Weg zur Wartestelle. Mit dem Öffnen der Schleusentore erreichten wir auch die Wartestelle, das war gutes Timing. Ein Boot lag vor uns, das hatte bereits die Schleusung angefordert. Wir brauchten auch gar nicht mehr an der Wartestelle unser Boot festmachen denn die Signalisierung sprang bereits auf grün, wir konnten sofort in die Schleuse einfahren. Die folgende Schleuse Bischofswerder erreichten wir bei Sonnenschein, sahen aber leider auch sich schließende Schleusentore. Wir hatten diese Schleusung also um ein paar Minuten verpasst, es war nun warten angesagt. Nach einer knappen Stunde war es geschafft und wir konnten aus der Schleuse herausfahren. Jetzt nur noch die Schleuse Liebenwalde und wir wären schon fast am Oder-Havel-Kanal. Liebenwalde war wieder nett zu uns, denn als wir ankamen, wurden die Tore gerade geöffnet. Insgesamt schafften wir diese Schleuse (bei Sonne und Regen!) in 15 Minuten.   Aufgrund der Hafengespräche in Zehdenick hatten wir übrigens unser Ziel geändert. Es war so viel vom Werbellinsee geschwärmt worden, dass wir uns entschlossen hatten, einen Abstecher dorthin zu machen. Nach Verlassen der Schleuse Liebenwalde steuerten wir also den Oder-Havel-Kanal in Richtung Oder an. Unterwegs fing es wieder an zu regnen, so dass wir in der Marina Marienwerder noch für eine Nacht einen Zwischenstopp einlegten. Als wir am nächsten Morgen aufwachten, empfing uns die Sonne. Wie wir heute alle wissen, begann an diesem Tag im September der absolute Hochsommer.  Direkt gegenüber der Marina ist die Einfahrt in den Werbellinkanal auf dem eine Maximalgeschwindigkeit von 6 km/h erlaubt ist. Bis zum Werbellinsee sind zwei (Selbstbedienungs-) Schleusen zu bewältigen, die jedoch eine Eigenart aufweisen. Man kann zwar jederzeit die Schleusung anfordern, die Schleusung selbst wird aber nur zur vollen Stunden durchgeführt. So mussten wir an der ersten Schleuse Rosenbeck 50 Minuten warten, während dieser Zeit passierte absolut nichts. Mit der erlaubten Geschwindigkeit fuhren wir dann zur Schleuse Eichhorst, die wir um 12:55 Uhr erreichten. 5 Minuten später wurde unsere Schleusung eingeleitet und wir waren um 14:30 in der Marina Altenhof.  Schon im Werbellinkanal konnten wir ahnen, dass die Zehdenicker Schwärmerei keine Übertreibung war. Im Werbellinsee mussten wir uns dieser Meinung anschließen: Es ist mit Abstand das sauberste Wasser, das wir während der ganzen Reise gesehen haben. Wir haben im See geankert und konnten selbst bei 5 Meter Wassertiefe den Anker und die Ankerkette genau sehen. Einfach traumhaftes Wasser, Gisela sagte treffend: "Sicht wie im Aquarium"! So exzellent das Wasser ist, desto schläfriger (man könnte auch toter schreiben, aber ich glaube es gibt keinen Komparativ von tot) ist Altenhof. Wir waren noch während der Ferienzeit hier, doch die meisten Gaststätten - und es gibt nicht viele hier - waren geschlossen bzw. hatten nur am Wochenende geöffnet. Aber dieses Wasser, dieses Wasser entschädigt einfach diese kleinen Unannehmlichkeiten.  Wir blieben ganze 4 Tage auf dem See und machten uns dann wieder auf den Weg nach Berlin. Die beiden Schleusen mit ihren Zeiten kannten wir nun. Schneller fahren im Werbellinkanal macht überhaupt keinen Sinn, denn die Zeit die man bei der Fahrt gewinnt, wartet man zusätzlich an der Schleuse. Also gemütlich zum Oder-Havel-Kanal und dann ohne weitere Schleuse zu den Berliner Gewässern. Dies ist nicht ganz richtig, denn es gibt vor dem Lehnitzsee noch die Schleuse Lehnitz. Diese Schleuse ist für die Berufsschifffahrt gebaut worden und bei den Sportbootfahrern wegen der manchmal langen Wartezeiten berühmt berüchtigt. Uns traf es mittelschwer, wir mussten "nur" circa 90 Minuten warten, bis wir in die Schleusenklammer einfahren durften. Wir mussten deshalb unsere Zeitplanung revidieren und beschlossen, im Lehnitzsee zu übernachten. Wir haben dann bei der Sportgemeinschaft Havel e.V. im Lehnitzsee einen  Liegeplatz gefunden und sind für 2 Übernachtungen in Lehnitz (Ortsteil von Oranienburg) geblieben.  Da wir keine Gewalttouren machen wollten, beschlossen wir, bis Berlin-Grünau noch einen Zwischenstopp einzulegen. Wir verließen deshalb Lehnitz nach einem gemütlichen Frühstück auf unserer "Terrasse" und erreichten um die Mittagszeit die Schleuse Spandau. Nach einer kurzen Wartezeit war die Schleuse gemeistert und wir fuhren die Havel weiter talwärts. Die Strecke von der Schleuse bis zum Pichelswerder - es sind nur wenige Kilometer - waren die schlimmsten auf der ganzen Reise. Es ist schon überraschend, welche Überholmanöver manche Bootsfahrer einlegen, nur um letztendlich ein paar Meter weiter vorne doch wieder hinter einem Berufsschiffer bleiben zu müssen, weil der wegen der engen Fahrrinne nicht überholt werden kann.  Wir fuhren unsere Marschgeschwindigkeit (zur Erinnerung ca. 10 km/h) weiter und waren bald am Großen Wannsee. Gegenüber des berühmten Strandbads fanden wir einen, wie wir hofften, guten Ankerplatz für die Nacht. Zur Abkühlung ging es noch mehrfach ins Wasser, bevor am Abend die Ruhe einkehren sollte. Nun, ich kann nur allen davon abraten, im Großen Wannsee vor Anker die Nacht zu verbringen. Bis in die späten Abendstunden sind dort Sportboote unterwegs. Manche auch ein bisschen schneller als die Polizei erlaubt, dafür produzieren sie dann aber reichlich Wellen. Die reichlich fahrenden großen Touristendampfer sind auch nicht ohne. Nicht unterschätzen sollte man noch die regelmäßig verkehrende Fähre zwischen Kladow/Gatow und Zehlendorf, sie fahren bereits früh, sie fahren auch noch spät und sie machen auch reichlich Wellen! Für uns war es die erste Nacht auf dem Großen Wannsee und vermutlich auch die letzte Nacht auf dem Großen Wannsee.  Trotzdem haben wir einigermaßen geschlafen und sind morgens durch wen Wellenschlag der Wannseefähre gegen 6:00 Uhr aus dem Schlaf geschaukelt worden. Dafür haben wir aber einen tollen Sonnenaufgang über dem Strandbad gesehen, das war wenigstens eine kleine Entschädigung. Es gab damit auch ein sehr frühes Frühstück. Kurz vor halb acht holten wir bereits den Anker ein und fuhren über den Kleinen Wannsee zum Teltowkanal. Der Schleusenwärter in Kleinmachnow war auch gnädig zu uns, so dass wir die Schleuse bereits nach 35 Minuten verlassen konnten. Weiter ging es nun durch den (langweiligen) Teltowkanal. Lange waren wir allein im Kanal, doch ca. 1 km vor Tempelhof fuhren wir auf einen Schubverband auf. Überholen war leider nicht möglich, wir mussten hinterherzockeln. Das war alles aber nicht schön, deshalb legten wir kurzerhand im Hafen Tempelhof einen Stopp ein. Wir gingen durch die "Shopping Mall" (ohne zu shoppen), aßen Nudeln mit Ente kross beim Asiaten und waren nach 1,5 Stunden wieder beim Boot. Nun sollte der Schubverband wohl weit genug weg sein, also wieder rein in den Teltowkanal. Der Schubverband war weg, doch bald liefen wir auf ein anderes Güterschiff auf, das ebenfalls nur mit geringer Geschwindigkeit fuhr. Hier jedoch ein "Danke" an den Schiffsführer, denn am Abzweig zum Britzer Zweigkanal machte er uns Platz, damit wir überholen konnten.  Gegen 14 Uhr waren wir schon in Köpenick und fuhren direkt zur Tankstelle. Die Nadel der Tankuhr war zwar noch lange nicht im roten Bereich, aber ich war neugierig, ob und wie sich der Verbrauch gegenüber der Überführungsfahrt von Holland geändert hatte. Es passten 222,69 Liter Diesel in den Tank (damit kann ich unser Auto viermal volltanken), aber der Tank war noch nicht zur Hälfte leer gewesen. Der Verbrauch hatte sich nur unwesentlich verändert, wir lagen immer noch unter 3 l/h, für ein Boot dieser Größe ein enorm guter Wert.  Wir machten noch einen kurzen Stopp beim PSB24 in Grünau und trafen dort einige unserer alten Bootsfreunde, mit denen wir noch eine Runde plauderten. Da es zum Übernachten noch zu früh war und wir bei der Hitze auch noch mal ins Wasser springen wollten, sind wir noch bis zum Möllenzugsee gefahren. Das Wasser war erfrischend und die Ruhe nach der Wannsee-Nacht eine wahre Wonne. Wir erlebten eine ruhige, wellenschlagfreie Nacht und schliefen bis nach acht Uhr. Es war wieder sonnig und damit wurde auf der "Terrasse" gefrühstückt.   Die letzte Etappe unserer "Großen Schleife" lag an. Um 10:45 Uhr wurde der Anker gelichtet und wir nahmen Fahrt zur Schleuse Neue Mühle auf. Hier war für uns noch einmal warten angesagt, weil unsere Freunde von der Wasserschutzpolizei auch schleusen wollten und deshalb für uns kein Platz mehr in der Kammer war. Die nächste Schleusung war dann die letzte auf unserem zweiten Törn auf unserer Skylge. Zwei Stunden später ankerten wir im Schmöldesee und genossen das abkühlende Wasser. Da es aber nun immer windiger wurde, beendeten wir den Badestopp und nahmen Kurs auf den Wolziger See. Um 17:30 Uhr lagen wir wieder in der Box in unserem Hafen in Wolzig. Das Abenteuer "Große Schleife" war nach genau 6 Wochen zu Ende. zurück zurück Optikpark Optikpark Havelberg Havelberg Werbellinsee Werbellinsee