Nachdem wir das Kapitel "Bootskauf" mit der Ankunft in Berlin abgeschlossen und die notwendigen Erledigungen für die endgültige Bootsübernahme mit der geplanten Überführung nach Deutschland durchgeführt hatten, nahte schon der 19. Mai, unser Abreisetag nach Rijnslaterwoude.  Die Bahnfahrkarten hatten wir bereits vorher gekauft und der Reiseplan war auch bekannt. Um 07:40 Uhr mussten wir mit der S-Bahn vom Friedrichshagen los. Aber natürlich waren wir aufgeregt, also sicherheitshalber früher zum Bahnhof. Um 07:20 waren wir dann bereits am Bahnsteig und sahen die S-Bahn gerade wegfahren. Macht ja nichts, nehmen wir halt die nächste Bahn um 07:30 Uhr. Diese Rechnung hatten wir aber ohne die DB gemacht, denn just an diesem Morgen war Pendelverkehr im 20-Minuten-Takt. Gisela wurde immer nervöser. Aber nach 20 Minuten warten kam dann endlich unsere S-Bahn. (und damit waren wir genau in unserem ursprünglichen Reiseplan!) Es lief nun wie im Reiseplan gedruckt weiter und um 15:00 waren wir in Amsterdam-Centraal (=Hauptbahnhof) angekommen. Nun schnell noch zur nächsten Bahn, denn wir mussten nach Amsterdam-Schiphol. Die Bahn stand bereits zur Abfahrt bereit, wir also mit unseren 2 Reisetaschen schnell hin und eingestiegen. Dann passierte erstmal nichts. Plötzlich ein Rucken, es geht los und Stillstand. Das wiederholte sich nach 3 Minuten noch mal. Langsam wurden wir wieder ungeduldig, denn wir mussten in Schiphol ja noch unseren Bus nach Rijnslaterwoude erreichen. Nun kam eine Ansage. Natürlich in holländisch, natürlich verstanden wir nichts. Wie wir dann mitbekamen, war unsere Lok defekt, alle mussten aussteigen und mit dem nächsten Zug (ca. 10 Minuten später) fahren. Das mit dem nächsten Zug klappte dann auch, es war übrigens der Zug, den wir laut Reiseplan nehmen sollten.  In Schiphol angekommen mussten wir nur noch unseren Bus bzw. die Bushaltestelle finden, laut Reiseplan hatten wir dafür 8 Minuten Zeit. Dank der netten Holländer war auch das kein Problem: die ersten beiden kannten die Richtung, der letzte die Haltestelle. Pünktlich kam unser Bus und wir befanden uns auf dem letzten Teilstück - wenn man von dem noch vor uns liegenden Fußmarsch absieht - unserer Tagestour. Im Bus konnten wir dann lesen, dass der Bus in 15-Minuten-Takt fuhr. In Rijnslaterwoude ausgestiegen schafften wir den angekündigten 10-Minütigen-Fußmarsch locker in 15 Minuten. Wir hatten unser Ziel erreicht.  Die nächsten Tage verliefen dann weitaus ruhiger. Freitags blieben wir noch in Rijnslaterwoude und fuhren mit dem Bus nach Alphen an den Rijn zum Einkaufen. Samstags ging es dann wirklich weiter mit dem Schiff. Da das Wetter schlecht war, kühl und regnerisch, sind wir nur bis Aalsmeer gefahren und haben dort übernachtet. Weiter ging es erst am Montag, da wir die Fahrt durch Amsterdam nicht am Wochenende machen wollten.   Von Aalsmeer sind wir bis in den Süden von Amsterdam gefahren und haben uns dort das Olympiastadion angesehen. Am nächsten Tag wollten wir dann quer durch Amsterdam bis zum Sixhaven. Die erste Schleuse war schnell passiert und es stand nun die erste Brücke in Amsterdam an. Die Brücke war geschlossen und die Signalanlage zeigte „rot“, wir machten das Boot also an der Kaimauer fest. Funk hatten wir noch nicht und ein Anforderungsschalter zur Brückenöffnung war auch nicht zu sehen, allerdings konnten wir den Brückenwärter in seinem Haus sehen und hofften, dass er uns auch sah. Es dauerte auch nicht lange und die Signalanlage wurde auf „rot-grün“ geschaltet,wir sollten uns also für die Weiterfahrt bereit machen. Sicherheitshalber ein Blick nach hinten und ich sah auch schon den dicken Pott kommen. Dem hatten wir wohl die Brücköffnung zu verdanken (meinten wir zumindest). Wie wir es in Deutschland gelernt hatten, machten wir uns bereit, um nach dem Dickschiff die Brücke zu passieren. Hier lernte ich aber schnell, dass wir nicht in Deutschland waren. Die Signalanlage zeigte immer noch „rot-grün“ und der Pott fuhr einfach durch, ohne auf die „Grün“-Signalisierung zu warten. Vorsichtig näherten wir uns der Brücke und warteten darauf, dass die Signalampel auf „grün“ sprang. Was passierte aber? Die Ampel sprang auf „rot“ und die Brücke schloss sich wieder. Wire guckten uns beide nur dumm an und machten das Boot wieder an der Kaimauer fest. Nach ca. 10 Minuten sprach uns plötzlich ein Mann an. Er sagte, er sei der Brückenwärter und fragte auf deutsch (wohl wegen der deutschen Flagge am Heck), ob wir denn auch die Brücke passieren wollten. Als wir dies bejahten, belehrte er uns, dass unser Verhalten für ihn nicht eindeutig war. Wir seien doch schneller als der große Pott und sollten VOR diesem die Brücke passieren, sobald die Ampel nicht mehr „rot“ zeigt. („Grün“ wird in Amsterdam wohl nur in Ausnahmefällen gezeigt. Wie wir später sahen, macht dies bei diesem Boots- und Straßenverkehr durchaus Sinn. Würde man immer auf „grün“ warten, hätte man wohl Staus auf der Straße und im Wasser.) Er würde jetzt für uns noch einmal kurz die Brücke öffnen. Wir bedankten uns bei ihm und warteten auf die Brückenöffnung. Die Brücke bewegte sich, die Ampel zeigte „rot-grün“ und wir beeilten uns mit der Durchfahrt. Kaum durch, sprang die Ampel schon wieder auf „rot“ und die Brücke senkte sich bereits. Gisela und ich schauten uns an und wir fragten uns, wie es denn nun bei den weiteren Brücken ablaufen würde. Aber da hatten wir die Rechnung ohne den netten Brückenwärter gemacht. Es stelle sich nämlich schnell heraus, dass er uns nicht nur die Brücke geöffnet hatte, sondern er hatte uns auch bei den anderen Brücken angemeldet. Sobald wir uns nun einer Brücke näherten, sprang die Ampel auf „rot-grün“ und die Brücke wurde geöffnet. So kamen wir bis ohne Halt bis zur vorletzten Brücke vor unserem Ziel, dem Sixhaven. Auch diese Brücke wurde rechtzeitig für uns geöffnet, jedoch sagte der Brückenwärter nun, dass wir langsamer fahren sollten, da er auch für die letzte Brücke zuständig sei. Kaum zu Ende gesprochen, stieg er auf sein Fahrrad und radelte davon. Also zügelte wir unser Tempo, statt 10km/h fuhren wir nur noch 6km/h, und erreichte so gemächlich die letzte Brücke, die sich wie von Geisterhand (also Brückenwärter) öffnete. Kurze Zeit später hatten wir dann unser Tagesziel erreicht, den Sixhaven direkt gegenüber von Amsterdam-Centraal nur durch das Wasser getrennt. Hier blieben wir zwei Tage und haben ein bisschen was von Amsterdam (u.a. Schloss, Grachtenfahrt, Rotlichtviertel (nur von außen!), Chinesenviertel, Hasch-Museum (auch nur von außen))gesehen.  An unserem Liegeplatz im Sixhaven sind wir von einem riesigen Kreuzfahrtschiff überrascht worden. Es fuhr nur ca. 100 m an uns vorbei zu seinem Liegeplatz in Amsterdam. Wenn man diese Dimensionen sieht, merkt man erst wie klein das eigene 11m lange Schiff ist.  Die weitere Tour führte uns dann von Amsterdam über Bunschoten-Spakenburg (kleines Fischerdorf)- Elburg (kleines Fischerdorf)- Vollenhove (alte Bischofsstadt)- bei angenehmen Wetter nach Echtenerbrug. Das angenehme Wetter schlug in der Nacht um, und wir hatten am nächsten Tag durchwachsenes Wetter mit etwas Wind. Trotzdem setzten wir unsere Fahrt fort und fuhren in das Tjeukermeer ein. Hier merkten wir dann, dass wir in Echtenerbrug ruhig lagen, denn der Wind, der nun genau quer ab kam, war doch etwas stärker, nämlich Windstärke 6 mit Böen sogar 7-8. Natürlich kam der Wind genau von der Seite und wegen der schmalen Fahrrinne konnte man auch nicht groß ausweichen. Mit reichlich Schaukelei haben wir aber nach ca. einer Stunde das Tjeukermeer durchfahren und der Rest bis Sneek war nur noch Kanalfahrt genau gegen den Wind, d.h. nur noch Wellen von vorne und damit keine Schaukelei. Außerdem wurde das Wetter ruhiger, der Wind nahm ab und die Temperatur stieg wieder auf 20 Grad an.  In Sneek fuhren wir dann zu der Jetten-Werft, da wir noch einige Ergänzungen (Solarpaneele, elektrische Ankerwinsch, Satelliten-Dom zum Fernsehen, Funk...) einbauen lassen wollten. Die Erstellung des Angebots dauerte mehrere Tage, da erst noch Preise vom Lieferanten und Lieferzeiten abgeklärt werden mussten. Diese Zeit haben wir wieder bei gutem Wetter in Sneek bzw. auf den umliegenden Kanälen verbracht (Übernachtung an der „grünen Kante“). Als das Angebot dann endlich eintraf waren wir doch etwas erstaunt. Zwar war der Preis in etwa so wie wir es geplant hatten, aber die Zeit für die Einbauten wurde mit 14 Tagen (bei nur 5 benötigten Arbeitstagen) angegeben. Begründet wurde dies mit "wir können wegen der vorhandenen Planungen/Aufträgen nicht durchgehend an ihrem Schiff arbeiten". Das war uns dann doch zu lange und so haben wir das Angebot nicht angenommen.  Zu dieser Zeit haben unsere Bootsfreunde Karin und Wolfgang aus Berlin ihr Schiff aus ihrer Werft in der Provinz Groningen abgeholt. Wolfgang schlug vor, doch auch bei seiner Werft ein Angebot abzufragen. Das haben wir dann auch getan mit dem Ergebnis, dass die Werft die Arbeiten innerhalb einer Woche erledigen wollte. Dieses Angebot nahmen wir an und machten uns auf den Weg. Da wir sowieso in diese Richtung mussten, war es auch kein Umweg auf dem Weg nach Deutschland. In der Werft wurde dann mit den Arbeiten begonnen, bis die Probleme auftraten: Weder das Funkgerät noch der Satelliten-Dom wurden pünktlich geliefert. Auf den Dom haben wir letztendlich komplett verzichtet, da das gewünschte Modell plötzlich gar nicht mehr lieferbar war. So wurden aus der eingeplanten Woche doch fast zwei Wochen, wir hätten es also auch in Sneek einbauen lassen können.  Diese zwei Wochen in der Werft in Zuidbroek haben wir zusammen mit unseren Boostfreunden verbracht, da an deren Boot noch einige Nachbesserungen durchzuführen waren. Wolfgang und Karin hatten ihre E-Bikes dabei und so kam die Idee auf, die Umgebung von Zuidbroek mit dem Rad zu erkunden. Was uns dazu fehlte, waren aber unsere Räder. Wir waren ja mit dem Zug zu unserem Boot angereist und hatten natürlich keine Fahrräder dabei. Glücklicherweise ist Holland nicht nur ein Land der Bootsfahrer sondern auch ein Land der Radfahrer, dies führt dazu, dass in vielen, auch kleinen Orten große Fahrradgeschäfte existieren. Auch in Zuidbroek gab es so ein Geschäft, das wir zu Fuß gut erreichen konnten. Unsere Nachfrage, ob man Fahrräder auch leihen könne, wurde bejaht und wir machten uns sofort an die Begutachtung der Mietfahrräder. Plötzlich fragte Gisela: „Haben Sie auch E-Bikes zu mieten?“ und mir war sofort der Hintergrund der Frage klar. Da Karin und Wolfgang E-Bikes hatten, brauchte Gisela ebenfalls ein E-Bike, denn sonst würde sie nicht mit den Beiden mithalten können. Da durfte ich natürlich nicht aus der Rolle fallen und habe mir ebenfalls ein (sportliches) E-Bike ausgesucht. Um es kurz zu machen, wir kamen in der Werft  mit unseren E-Bikes-Leihfahrrädern an und waren bereit für die gemeinsamen Radtouren.   Unsere erste Tour war dann zum Freitagsmarkt nach Groningen. Es waren ja nur schlappe 25 km, die wir mit den E-Bikes verblüffend gut schafften. War ich bisher immer der Meinung, dass E-Bikes etwas für „alte“ Leute ist, muss ich diese Meinung gründlich revidieren: auch „noch nicht ganz alte“ Leute können mit solch einem E-Bike gut leben. Der Markt in Groningen war sehr interessant, wobei uns das reichhaltige Angebot an Obst und Gemüse und vor allem der Fisch zusagten. Der frische neue (nieuwe) Matjes war sagenhaft lecker (seit dem haben wir in Deutschland keinen Matjes mehr gegessen).   Auch sonst ist Groningen ein Besuch wert. Man erkennt hier eine freundliche, ungezwungene Lebensart, die uns in Deutschland so noch nicht aufgefallen ist. Hier haben wir auch die ersten Geschäfte gesehen, in denen man mit Bargeld nicht bezahlen kann. „Pinnen“ ist hier die Art der Bezahlung. So habe ich zum Beispiel in einer Bäckerei 2 Brötchen gekauft und musste den dafür fälligen Obuous „pinnen“, d.h. ich musste die Brötchen mit der EC-Karte und der Pin (daher „pinnen“) bezahlen.  Die Rücktour von Groningen zur Werft dauerte dann etwas länger. Irgendwie muss jemand die Werft auf der Landkarte verschoben haben, denn aus den 25 km der Hintiour waren nun 29 km geworden (alternativ: wir haben uns ein bisschen verfahren). Es war ein schöner Tag, den wir am Abend mit einem(?) Glas Wein haben ausklingen lassen.  Wir haben in den nächsten Tagen noch Touren nach Veendam und zur Blauwenstad unternommen, allerdings haben wir auch mal Pausen einlegen müssen, da unser Hinterteil sich doch zum Teil heftig bemerkbar machte.  Von der Werft (in Zuidbroek östlich von Groningen) machten wir uns dann durch den Stadskanaal auf den Weg nach Deutschland. Wir hatten extra diese Tour gewählt, weil sie die touristisch schönere sein soll (gegenüber der Fahrt nach Delfzijl und dann über den Dollart zur Emsmündung). Die Strecke ist wirklich interessant, geschätzte 40 Brücken und 20 Schleusen, die alle von Hand bedient werden. Das ganze nennt sich bediente Fahrt, weil ab der ersten Brücke in Veendam bis zum Ende an der Grenze zu Deutschland das wechselnde Bedienpersonal immer mit dem Fahrrad oder einem Moped voraus fährt und die Brücke/Schleuse per Hand bedient. Übernachtet wird dabei auf dem Stadskanaal in der Gemeinde Stadskanaal. So schafft man dies tatsächlich in 1,5 Tagen.  An der Grenze ging es dann in den Haren-Rütenbrock-Kanal, wir waren wieder in Deutschland. Das war schon allein daran erkennbar, dass nun die Brücken und Schleusen fernbedient und natürlich video-überwacht aus Haren/Ems bedient wurden. Glücklicherweise hat die Technik aber gut funktioniert und wir kamen gut in Haren an. Die letzte Schleuse noch passiert und rechts ab (also steuerbord) auf die Ems und von dort sofort wieder steuerbord in den Yachthafen zum Übernachten. Hier lagen wir ruhig und planten die Weiterreise über Ems und Mittellandkanal.  In der Nacht regnete es dann und es gewitterte in der Ferne kräftig. Morgens war aber die Welt wieder in Ordnung (so dachten wir zumindest). Wir starteten also den Motor und machten uns auf den Weg nach Lingen/Ems. Die Fahrt verlief unspektakulär und wir liefen den geplanten Übernachtungshafen an. Hier erlebten wir die erste Überraschung: in unmittelbarer Nähe des Hafens fand das größte (vielleicht aber auch nur das lauteste) Abiturfest Niedersachsen statt mit einer großen Bühne, vielen Zelten, viel Musik - es sei den jungen Leuten zugestanden, dies Musik zu nennen, für uns war es wegen der Bässe nur Krach - und einer enormen Lautstärke. Also wieder raus aus dem Hafen und weiter die Ems bzw. den Dortmund-Ems-Kanal in Richtung Mittellandkanal. Auf der Karte konnten wir eine weitere Liegestelle in nicht allzu weiter Entfernung finden, die Liegestelle "Am Wasserfall" südlich von Lingen. Auf dem Weg dorthin mussten wir nur noch eine Sperrschleuse (dient dem Hochwasserschutz bei Emshochwasser) passieren. Dort angekommen erwartete uns die zweite Überraschung: die Ems hatte enormes Hochwasser (wie wir später im Fernsehen sehen konnten, war Rheine bei den Gewittern mit Starkregen ja ganz gut abgesoffen). Die normalerweise offen stehende Sperrschleuse war also geschlossen. Ein kurzer Anruf per Funk und der Schleusenwärter öffnete das Schleusentor. Hinein in die Schleuse und abwarten, dass das Tor hinter uns geschlossen und vor uns geöffnet wird. Das Tor wurde jedoch nicht geschlossen, stattdessen meldete sich der Schleusenwärter: wir haben ein Problem mit den Schleusentoren, der Techniker  ist bereits vor Ort, es geht gleich weiter. "Gleich weiter" bedeutete in diesem Fall: ca. 1 Stunden in der Schleuse warten ohne das Boot festmachen zu können und es fing auch noch an, ausgiebig zu regnen. Dann endlich hatte der Techniker Erfolg. In einem Schneckentempo schloss sich das Tor hinter uns und in gleichem Tempo wurde anschließend das Tor vor uns geöffnet. Nun hatten wir nur noch 200m bis zum Liegeplatz.  Der Liegeplatz war jedoch nicht mehr im Dortmund-Ems-Kanal sondern in der Ems, und die hatte ja Hochwasser. Der Wasserfall entpuppte sich außerdem als ein Wehr. Wir mussten also die Ems in Fließrichtung bei Hochwasser - und damit höherer Fließgeschwindigkeit - auf das Wehr, das sich in 180m Entfernung befand, zu fahren. Am Steg sah uns bereits ein hilfsbereiter Hafenmeister der uns zu rief: "Wir haben Hochwasser, in spitzem Winkel mit Speed zum Steg fahren". Den Steg, den er meinte, habe ich dann nicht mehr geschafft, dafür aber den nächsten. Bis zum Wehr sind es noch ungefähr 60m, es gibt angenehmere Liegeplätze! Übrigens, ich habe darauf verzichtet, dem Hafenmeister den Unterschied zwischen "spitzem Winkel" und "stumpfen Winkel" zu erklären.  Der ausgiebige Regen war letztendlich ein Dauerregen und er trug seinen Namen zu Recht, er dauerte nämlich noch weitere Stunden an. Das Ergebnis war, dass wir nicht wie geplant am Folgetag weiter fuhren, sondern eine zusätzliche Nacht am "Wasserfall" verbrachten. Aufgrund des Hochwassers gab es reichlich Treibgut auf der Ems, auch dies war ein Grund einen Zusatztag am "Wasserfall" zu verbringen.  Am nächsten Morgen war der erste Blick natürlich zu den Nachbarstegen. Hier konnte man am besten ablesen, ob was Wasser weiter gestiegen oder bereits etwas gefallen war. Es war ein minimaler Rückgang des Wasserstands zu bemerken, dies passte auch zu den Pegelmeldungen, die wir am Smartphone verfolgten. (Hier sei mal kurz vermerkt, dass es tatsächlich viele nützliche Applikationen für Smartphones gibt, nicht nur Spiele. Neben den Pegelmeldungen haben wir auch das Wetter und natürlich die Windvorhersagen intensiv beobachtet.) Der kleine Rückgang des Hochwassers und die Tatsache, dass es tatsächlich nicht regnete, bestärkte uns natürlich in unserer Entscheidung, unsere Reise fortzusetzen. Zwar war die Strömung der Ems immer noch ganz ordentlich - und sie kam beim Rausfahren aus dem Liegeplatz genau quer ab - aber mit dem Querstrahlruder das Schiff parallel zum Steg gelegt und dann mit Vollgas rückwärts. Die Strömung war zwar deutlich zu merken, aber wir waren weit genug rückwärts gekommen, sodass wir nicht mehr gegen den Steg gedrückt werden konnten. Also schnell den Vorwärtsgang ein und mit reichlich Gas geben gegen die Strömung die Ems aufwärts.  Heute wollten wir dem "Nassen Dreieck" (dies ist das Zusammentreffen von Ems/Dortmund-Ems-Kanal und dem Mittellandkanal) ziemlich nahe kommen. Es kam aber heute mal wieder anders als geplant, diesmal jedoch für uns erst mal positiv. Der Wettergott spielte mit, das Wetter wurde nämlich immer besser bis hin zum Sonnenschein. Und auch die Schleusen passierten wir dank des Funkgerätes in Rekordzeit. ("Skylge an Schleuse ... wir möchten geschleust werden." "Wo seid ihr denn?" "ca. 1 km vor der Schleuse" "Dann beeilt euch mal, dann könnt ihr noch mit ... schleusen, wir warten") Wir haben für die ersten drei Schleusen insgesamt nur ca. 50 Minuten gebraucht, eingeplant waren jedoch 2 Stunden. Also haben wir unser Tagesziel abgeändert, wir wollten nun bis zur Marina Recke am MLK (Mittellandkanal). Damit waren weitere drei Schleusen zu bewältigen. Die ersten beiden waren eine Fortsetzung vom Vormittag: ankommen, reinfahren, geschleust werden, rausfahren, fertig in Superzeiten. Lediglich die letzte Schleuse (Schleuse Bevergen) in der Ems bzw. dem Dortmund-Ems-Kanal spielte hier nicht mit. Wir mussten erst 2 Schiffe der Berufsschifffahrt vorlassen, bevor wir geschleust wurden. Damit waren wir am "Nassen Dreieck" in Ibbenbüren angekommen.  Nun ging es in den MLK, ca. 340 km Kanalfahrt standen uns bevor. In Giselas Gesicht konnte ich ablesen, dass ihr ein bisschen mulmig war. Es fing auch direkt bescheiden an: Spundwände auf beiden Seiten. (Für die Nicht-Bootsfahrern: An den Spundwänden werden die Wellen von vorausfahrenden oder entgegenkommenden Schiffen immer wieder reflektiert. Das Wasser wird dann ziemlich kabbelig und macht das Fahren nicht gerade angenehm. Denn auch ein 11t-Stahlboot merkt dieses kabbelige, raue Wasser noch.) Glücklicherweise wurden die Spundwände aber bald durch Steinböschungen abgelöst, hier werden die Wellen nicht mehr oder nur kaum reflektiert. Ein Blick zur Uhr bzw. zu unserem Navigations-PC zeigte, dass wir die Marina Recke gegen 18.00 Uhr erreichen sollten. 18.00 Uhr, das war ja genau die Anstoßzeit des EM-Fußballspiels Deutschland-Portugal. Sicherheitshalber noch mit der Marina Recke telefonieren und einen Liegeplatz reservieren, bevor der Hafenmeister nach 18.00 wegen des Spiels nicht zu erreichen war. Ja, nun war aber nicht mehr alles positiv, denn die Marina Recke meldete: "Alle Liegeplätze sind belegt, es ist kein Liegemöglichkeit vorhanden". Tja,  nun war er also da, der GAU: kein Platz in der Marina und der nächste Hafen war ca. 36 km entfernt, also ca. 3 Stunden Fahrzeit! Ankern im Kanal? Geht nicht, verboten (und auch viel zu gefährlich). Also nur noch das, wovor uns unsere Sportbootkollegen gewarnt hatten: Sportbootliegeplätze im Kanal. "Die großen Pötte fahren rund um die Uhr und nehmen auf Sportboote keine Rücksicht, die machen viel Wellen, soviel Fender kannst du gar nicht auslegen, vor allem wenn du an einer Spundwand liegst...".  Aber, Gisela und ich sind liebe Menschen und liebe Menschen haben auch mal Glück (oder auch ein bisschen öfter). Nach ca. 4 km im MLK war ein Sportbootliegeplatz zu finden. Es war keine Spundwand sondern es war ein eigener kleiner Steg mit guten Festmachemöglichkeiten. Ein Boot aus den Niederlanden lag bereits dort und wir legten uns davor. Das Boot konnten wir gut festmachen und ausreichend Fender hatten wir auch gelegt. Wir hofften jetzt nur noch, dass nicht zu viel Verkehr in der Nacht sei. Aber wie gesagt, wir sind ja liebe Menschen uns liebe Menschen haben auch mal Glück: wir waren ja erst 4 km im MLK und Schiffe, die an uns vorbei fahren mussten, kamen entweder von der Ems, dem Dortmund-Ems-Kanal oder aus dem MLK. Wie auch immer, entweder kamen sie aus einer Schleuse oder mussten zur Schleuse und (das Beste kommt zum Schluss) da wir Sonntag hatten, machten die Schleusen um 22.00 Uhr zu. Es kamen also überhaupt keine Boote an diesem Tag mehr an der Liegestelle vorbei, es war eine himmlische Nachtruhe. Den Liegeplatz hatten wir übrigens gegen 17:45 erreicht, ich konnte also sogar das Fußballspiel sehen!  Die weiteren Tage verliefen dann alle sehr unspektakulär. Der größte Teil des MLK ist glücklicherweise ohne Spundwände oder nur einseitig mit Spundwand gebaut, sodass man relativ gut fahren kann. Die erlaubten (aber natürlich nicht immer eingehaltenen) Geschwindigkeiten auf dem MLK sind abgestuft nach dem Tiefgang der Schiffe, nämlich 8, 10 oder 12 km/h. Da wir selbst mit ca. 11 km/h fuhren waren also Überholvorgänge äußerst selten. Die entgegenkommenden Schiffe machen zwar auch Wellen, aber wenn keine Spundwände vorhanden sind, merkt man nach 100m nichts mehr davon. Hier möchte ich auch mal eine Lanze für die Berufsschiffer brechen: Auf den ganzen 340 km haben wir nur zweimal einen Berufsschiffer mit "A..loch" tituliert, alle andern entpuppten sich als Profis mit dem Motto "Leben und leben lassen".  Die MLK-Route in Kurzform: Bad Essen		neuer, kleiner, ruhiger Hafen mitten in der Stadt (Dorf) Minden			ruhiger, sauberer Hafen eines Vereins, nette Vereinsgaststätte, leider außerhalb der Stadt Seelze			ein Vorort von Hannover, der Hafen liegt im Stichkanal deshalb liegt man ruhig Bortfeld			ein sehr schöner Hafen im Stichkanal nach Salzgitter mit sehr schlechtem Hafenmeister Wolfsburg		ruhiger, sauberer Vereinshafen direkt neben der Wolfsburg-Arena Haldensleben		ruhiger, sauberer Vereinshafen, die Stadt ist fußläufig erreichbar  Zum MLK sei noch gesagt, dass es auf den komplette 340 km nur 3 Schleusen gibt: Schleuse Anderten, Schleuse Sülfeld und am Ende Schleuse Hohenwarte. Auch wenn hier Höhenunterschiede von bis zu 19 m überwunden werden und man bei der Einfahrt in die Schleusen doch erstmal von den Dimensionen überrascht wird, so ist der Schleusenvorgang selbst unproblematisch. Nach der Schleuse Hohenwarte waren wir dann in der Elbe-Havel-Wasserstraße, da wir Richtung Berlin fuhren, war es im Grunde die Havel.  Unsere erste Station auf der Havel war in Burg. Der Vereinshafen in Burg hatte leider keinen Gastliegeplatz mehr für uns, jedoch fanden wir gegenüber des Vereinshafen den "Hafen Burg". Hier konnten wir an einer Mauer festmachen und übernachten. Es war ein einfacher Platz ohne jeglichen Komfort, aber wir lagen sicher und ruhig. Zur Stadt Burg möchte ich nur sagen "wer noch nicht hier war, hat nichts verpasst" oder "hat schon mal bessere Zeiten gesehen". Wir fanden aber eine Eisdiele mit einem hervorragenden Angebot.  Von Burg ging es nächsten Tag weiter nach Plaue, bis dahin waren zwei Schleusen zu passieren. Auch wenn wir nicht mehr auf dem MLK waren, muss doch gesagt werden, dass auf diesem Teil der Havel die Berufsschiffe die gleichen Dimensionen wie auf dem MLK haben. Auch hier ist ein Funkgerät für die Schleusen doch sehr vorteilhaft, wir konnten uns immer rechtzeitig anmelden und hatten deswegen nur kurze Wartezeiten. Plaue erreichten wir am frühen Nachmittag und im Plauer Yachtclub hatte man noch einen schönen Gastliegeplatz für uns. Bei einem kurzen Spaziergang durch Plaue (bei der Frage ob Stadt oder Dorf, tippe ich auf Dorf, tatsächlich gehört Plaue mittlerweile zu Brandenburg) mussten wir leider - wie auch in Burg - sehen, dass in 25 Jahren Wiedervereinigung doch noch nicht alle notwendigen Restaurierungen/Sanierungen durchgeführt worden sind. Dies gilt leider auch für das Schloss, jedoch kann man hier die ersten Bemühungen bereits erkennen.   Das Ziel des nächsten Tages war das durch das Obstblütenfest bekannte Städtchen Werder. Da für diesen Tag eine Verschlechterung des Wetters angesagt war, machten wir uns direkt nach dem Frühstück auf den Weg Richtung Brandenburg. Die Schleuse war schnell passiert und wir genossen dann die wunderbare Landschaft der Unteren Havel. Leider hatte die Wettervorhersage nicht ganz Recht, denn das schlechte Wetter kam schneller als vorhergesagt. Zwar regnete es noch nicht, aber es wurde reichlich stürmisch. Aber bald hatten wir Werder vor uns und wir sahen uns schon im Hafen liegen und eine frische Tasse heißen Kaffee trinken. Tja, das war nur Wunschdenken. Es war nirgends ein freier Gastliegeplatz zu erkennen. Auch die telefonischen Anfragen liefen alle ins Leere, es ging einfach kein Hafenmeister ans Telefon. Zu allem Übel wurde es auch immer windiger. Was nun? Zurückfahren Richtung Töplitz und hoffen, dort einen Platz zu finden? Oder einfach weiterfahren in den Schwielowsee? Ein Blick in die Karte zeigte, dass direkt hinter der B1-Brücke noch ein Hafen sein musste. Also hinein in den Schwielowsee und schon erblickten wir einen Hafen, der nicht nur nicht überfüllt sondern sogar fast leer war. Also machten wir uns auf den Weg dorthin und wollten am Meldesteg festmachen, um uns beim Hafenmeister anzumelden. Kurz vorm Anlegen schrie dann Gisela "Halt, Stopp!" und dann sah ich es auch: An dem Steg war das äußerste Stegbrett nicht mehr bzw. nur noch in Teilen vorhanden aber die verrosteten Schrauben waren noch guterhalten und warteten anscheinend nur darauf, sich in fremde Bootskörper zu verewigen. Also wieder weg von dieser Stelle und eine neue Stelle an diesem Steg suchen. Zwischenzeitlich wurde es immer windiger, das merkt man sogar auf einem 11t-Stahlboot. Nach zwei weiteren Versuchen haben wir dann endlich eine noch einigermaßen intakte Stelle am Steg gefunden und konnten das Boot provisorisch festmachen. Nun machte ich mich erstmal auf die Suche nach dem Hafenmeister. Zwei Stege weiter sah ich einen Mann, den ich befragen konnte. Es war der Hafenmeister höchstpersönlich. Meine Bitte nach einem Gastliegeplatz wurde sofort entsprochen und er wies uns eine für unsere Größe passende Box zu. Hocherfreut ging ich zum Boot zurück, wir machten das Boot los und fuhren in die Box ein. Dank der Seitenstrahlruder war dies auch bei dem Wind kein Problem. Anschließend ging ich wieder zum Hafenmeister, um den üblichen Obolus für eine Nacht als Gastlieger zu berappen. Der Hafenmeister schrieb den Beleg aus und ich wusste, warum der Hafen so leer war. Wir waren im bekannten Resort Schwielowsee gelandet und der Gastliegeplatz kostete nur läppische 34€. Dafür wurde ja allerhand geboten nämlich: ein defekter Meldesteg und sonst NICHTS. Sollte irgendeiner der Leser jemals im Schwielowsee übernachten wollen, kann ich nur dringend davon abraten, das genannte Resort zu besuchen, es sei denn, er will für Nichts viel Geld bezahlen.  Der nächste Tag war wetter-mäßig erstmal noch schlechter als der Vortag: Windstärke 6 verbunden mit einigen Regenschauern. Trotzdem machten wir uns auf den Weg. Auf dem Schwielowsee wurden wir noch ganz gut durchgeschaukelt, der Wind kam natürlich wieder von der Seite. Ab der Einfahrt in die Potsdamer Havel kam der Wind jedoch von schräg-vorn und die Schaukelei war damit beendet. Von Potsdam selbst haben wir dann nicht viel gesehen. Wir haben uns jedoch vorgenommen, auf unserer nächsten Fahrt durch diese Gewässer in Potsdam Halt zu machen. Weiter ging es in den Teltowkanal bis zur Schleuse Kleinmachnow. Hier hatten wir etwas Wartezeit, denn der Schleusenwärter hatte angekündigt, dass er für die Sportboote eine eigene Schleusung ohne Berufsschifffahrt durchführen wollte. Es dauerte ca. 30 Minuten und wir waren 6 Sportboote. Nun muss man wissen, dass die Schleuse Kleinmachnow bzw. der Teltowkanal für die Berufsschifffahrt gebaut wurde und dementsprechend Sportboot-Warteplätze Mangelware sind. Wir waren als zweites Boot angekommen und hatten einen guten Warteplatz. Der nächste hinter uns ebenfalls. Die nachfolgenden Sportboote hatten aber dann das Problem, dass kein Warteplatz mehr vorhanden war, dafür aber immer noch reichlich Wind. Wie haben dann ein Boot an unserer Längsseite heran gewinkt und es konnte sich an unserem Boot anlegen. Erstaunt waren wir nur, dass die anderen Kollegen mit gutem Warteplatz sich unserem Verhalten nicht anschlossen. Denen kann ich nur wünschen, dass sie beim nächsten Mal an einer Schleuse keinen Warteplatz mehr finden und dafür reichlich viel Wind haben. Vielleicht lernen sie dann, was ein rücksichtsvolles Verhalten ist. Die Schleusung selbst und die Weiterfahrt bis zum ProSportBerlin in Grünau (bei diesem Verein waren wir viele Jahre Mitglied) verlief dann wieder völlig problemlos. Obwohl wir nun in Berlin waren, hatten wir jedoch unseren Heimathafen in Wolzig noch nicht erreicht.  Am nächsten Tag mussten wir etwas Organisatorisches erledigen: wir waren mit dem Boot in Grünau, mussten aber mit dem Boot noch nach Wolzig. Unser Auto stand jedoch in Friedrichshagen, dies musste also nach Wolzig. Also sind wir von Grünau mit der Straßenbahn nach Friedrichshagen gefahren (übernachtet hatten wir natürlich auf dem Boot und nicht in der Wohnung). Nach ca. 7 Wochen gemütlicher Fahrt mit dem Boot war unsere erste Reaktion bei der Straßenbahnfahrt "die fahren wie die Irren". In der Wohnung haben wir nur kurz die reingesehen - es sah alles in Ordnung aus. Also rein ins Auto und nach Wolzig gefahren. Hier konnten wir dann wieder merken, dass Wolzig ein kleines Dorf auf dem Lande ist. Der nächste Bus in Richtung Königs Wusterhausen fuhr in 20 Minuten und dann wieder in ca. 2 Stunden. Also schnell das Auto im Hafen abgestellt und zurück zur Bushaltestelle gelaufen. Wir hatten Glück, denn wir waren zwar nicht pünktlich an der Haltestelle aber der Bus war noch unpünktlicher. Also hinein in den Bus, die Fahrkarte "Berlin ABC" gekauft und die Rundreise durch das südöstliche Brandenburg begann. Nach ca. 1 Stunde waren wir dann an der S-Bahn in KW (mit dem Auto braucht man von Wolzig aus ca. 20 Minuten). Mit der S-Bahn sind wir dann - mit einen irren Tempo - nach Grünau gefahren und dann mit der Tram weiter bis zum PSB. Hier haben wir dann erstmal wieder die Ruhe auf dem Boot genossen und uns von der aufregenden Tram-Bus-S-Bahn-Fahrt erholt.  Am nächsten Tag ging es dann zur Bootstankstelle in Köpenick. Gespannt waren wir, wie sich der Dieselverbrauch bei der langen Kanalfahrt entwickelt hatte. Die Spannung wurde rasch durch Zufriedenheit abgelöst, denn der Verbrauch hatte sich nicht verändert. Mit vollem Tank ging es dann zum Hafen nach Wolzig. Als unsere Hafeneinfahrt näher kam, machte sich bei mir ein leichtes Bauchkribbeln bemerkbar. Wir wussten ja immer noch nicht, ob wir mit unserem Tiefgang überhaupt den Hafen anlaufen konnten. Zwar hatte uns der Hafenmeister versichert, dass die Einfahrt überall auf 1,2m ausgebaggert worden war. Aber aus der Erfahrung der Vorjahre wussten wir, dass die Einfahrt bei schlechtem Wind manchmal versandete und dann erst durch die größeren Schiffe - also sowas was wir nun hatten - "frei" gefahren werden musste. Mit bangem Blick zum Echolot und laufender Betrachtung der gemeldeten Tiefe sind wir dann ganz langsam durch die Einfahrt gefahren. Es passte, es passte wirklich. 5 Minuten später hatten wir unser Boot an seinem endgültigen Liegeplatz festgemacht.  Wir waren nach genau 7 Wochen und 3 Tagen im Heimathafen angekommen. Unser Abenteuer Bootskauf in Holland mit anschließender Überführung nach Wolzig war beendet. Amsterdam Amsterdam zurück zurück Spakenburg Spakenburg Vollenhove Vollenhove Sneek Sneek grüne Kante grüne Kante Stadskanaal Stadskanaal Grenze Grenze

von den Niederlanden nach Deutschland

Sperrschleuse Sperrschleuse am Wehr am Wehr Ems Ems MLK-Eindrücke MLK-Eindrücke zurück zurück
HoKo on Tour 2016