Wolzig - Havelberg 

HoKo on Tour 2017 
zurück zurück Nach der winterlichen Tourenplanung war es am 13.April endlich so weit: die Winterplane war abgebaut, das Boot war „ausgewintert“ worden, d.h. alle Absperrhähne waren nun wieder auf „betriebsbereit“ gestellt, das Frostschutzmittel war aus dem Kühlkreislauf und aus den Wasserleitungen entfernt, das Boot wieder ins Wasser gebracht und ein Probelauf durchgeführt worden. Dabei zeigte sich, dass die Starterbatterie den Winter nicht überstanden hat. Die Batterie war wahrscheinlich bereits 9 Jahre alt und hatte somit ihren Dienst lange getan. Die neue Batterie war flugs gekauft und wir hoffen, dass auch diese lange gut funktioniert.  Unsere erste Fahrt in diesem Jahr führte uns zu unserem Liegeplatz am Wolziger See. In den nächsten Tagen war nun „Boot putzen“ angesagt. Außerdem hatten wir noch einen Termin mit der Sattlerei, da das Verdeck vergrößert werden sollte, damit das komplette Deck regensicher war und es auch bei schlechterem Wetter genutzt werden kann. Bis Mitte Mai sollte die Erweiterung geliefert werden. Das passte gut in unsere Reiseplanung und deshalb beauftragten wir die Arbeiten.  Am 16. Mai war das Boot komplett geputzt, das Verdeck angebracht, Lebensmittel untergebracht und unsere Kleidung im Boot verstaut. Am nächsten Tag konnte die Tour beginnen.  Ich fuhr dann morgens mit Straßenbahn, S-Bahn und Bus von unserer Wohnung nach Wolzig, das Auto sollte die nächsten Wochen vor der Haustür auf uns warten. Es klappte wunderbar und nach nur zwei Stunden hatte ich das Ziel Wolzig erreicht (mit dem Auto braucht man lediglich 45 Minuten). Gisela hatte noch einen Termin bei ihrer Kosmetikerin, sie war dann am frühen Nachmittag in Wolzig.  Beim Boot angekommen, erwartete mich erst einmal eine böse Überraschung. Das Boot sah fürchterlich aus, es musste wohl eine Bieneninvasion gegeben haben und die Bienchen haben nicht ihren Nektar beim Boot gelassen sondern andere, natürliche Feststoffe. Also war wieder putzen angesagt. Gisela schaffte hierbei eine Punktlandung, denn sie erreichte das Boot just in dem Moment, als ich fertig war.  Nun aber schnell noch die Fahrräder auf dem Boot verstaut und wir verließen Wolzig um 15:15 Uhr, bevor die nächste Bieneninvasion kam.  Bei strahlendem Sonnenschein nahmen wir nun Kurs auf Berlin-Grünau. Die Schleuse Neue Mühle hatten wir schnell passiert und um 19:30 Uhr hatten wir an einem Gastliegeplatz beim PSB24 – in diesem Verein waren wir früher mehrere Jahre Mitglied – festgemacht. Unsere ursprüngliche Planung war, nun mit den alten, großen Fahrrädern zu unserer Wohnung zu fahren und mit den neuen, im Frühjahr gekauften E-Klappfahrrädern wieder zum Boot zurück. Daraus wurde aber nichts, da wir nach dem Abendessen in der Vereinsgaststätte viel zu müde zum Radfahren waren.  Also sind wir nächsten Tag früh aufgestanden, mit den alten Rädern nach Friedrichshagen und mit den E-Bikes wieder zum Boot gefahren. Nun mussten nur noch die Fahrräder verstaut und Wasser gebunkert werden, dann wollten wir Richtung Teltowkanal ablegen. Aber wie bereits gesagt, waren wir früher Mitglied in diesem Verein und während ich die Fahrräder verstaute, hörten wir auf einmal eine Stimme sagen: „Hallo ihr Beiden, sieht man euch auch mal wieder.“ Ein alter Bootsfreund hatte uns erkannt.  Nun war erstmal ausgiebiges Klönen angesagt. Ich schaffte es zwar noch, während des Wiedersehensgespräch die Fahrräder festzuzurren und auch noch unser Trinkwasser zu bunkern, aber an zeitig in See stechen war erst mal nicht zu denken.  Um 9:30 Uhr haben wir dann endlich den Anker gelichtet (um ehrlich zu sein: nicht der Anker wurde gelichtet, sondern die Leinen vom Steg gelöst) und bei strahlendem Sonnenschein und angenehmer Temperatur Kurs auf den Teltowkanal genommen. Die Fahrt war ruhig und fast einsam, denn wir wurden weder von einem Güterschiff überholt noch begegnete uns eins. Die Schleuse in Klein Machnow war auch in 45 Minuten passiert und so erreichten wir bereits um 15:45 unser erstes Tagesziel, den Seesportverein in Ketzin an der Havel.  Nach einer ruhigen Nacht haben wir dann am nächsten Tag bei traumhaftem Wetter (24,5° Celsius, kaum Wind, keine Wolken) Ketzin verlassen. Mit der rasanten Reisegeschwindigkeit von 10Km/h näherten wir uns schon bald der Schleuse in Brandenburg, die anscheinend auf uns wartete. Kurz den Sportbootanleger angefahren und schon signalisierte die Schleuse „Einfahrt frei“. Nach nicht einmal einer halben Stunde hatten wir die Schleuse bereits wieder verlassen. Weiter ging es die Havel in Talfahrt in Richtung Schleuse Bahnitz, wo wir erneut nur eine kurze Wartezeit hatten. Das Schleusenglück war uns an diesem Tag also hold ge-blieben und unser Ziel, das Gasthaus in Milow, bald erreicht. Es war noch genug Zeit, um sich die Beine zu vertreten, bevor wir die Kochkünste des Gasthauses genossen wollten. (Das Gasthaus war uns von den Bootsfreunden empfohlen worden, die wir letztes Jahr in Holland getroffen hatten und die bereits in Havelberg auf uns warteten.) Nun, das Essen war wirklich gut und das Bier auch lecker. Dies führte dazu, dass die Augenlider immer schwerer wurden und wir schon bald das Bett aufsuchten.  Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Brötchen vom Gasthaus machten wir uns bei einer leichten Bewölkung aber starkem Wind auf den Weg nach Havelberg. Das Schleusenglück von gestern erwies sich als stabil und so waren die Schleusen in Rathenow, Grütz und Garz schnell passiert. Im Havelberger Winterhafen wurden wir dann von unseren Bootsfreunden Wolfgang und Karin empfangen, sie hatten einen Liegeplatz neben ihrem Boot für uns frei gehalten. Das Wiedersehen wurde dann – wegen der frühen Tageszeit – mit Kaffee und Kuchen begangen, ein kühles Tröpfchen genossen wir erst am Abend.  Havelberg war dann für die nächsten drei Tage unser Standort, da Wolfgang auf einen neuen Scheibenwischermotor wartete. Also haben wir die Räder vom Boot geholt und eine Radtour nach Bad Wilsnack gemacht. Von der Stadt ist mir nicht allzu viel in Erinnerung geblieben, dafür aber von der Radtour. Wolfgang hatte ein Rad-Navi und war somit der „natürliche“ Leithammel. Das Navi kannte Wege, die weder Gisela noch ich alleine gefahren wären. Es ging zum Teil quer durch den Wald und aus den  Radwegen wurden anscheinend Wanderwege. Unsere E-Bikes hielten sich dabei tapfer, nicht so sehr jedoch Gisela und ich. Die Klappräder verfügen nämlich über keine Federung, weder ist eine Gabelfederung vorhanden noch eine Sattelfederung. Dementsprechend machte sich vor allem unser Hinterteil deutlich bemerkbar. Wir waren deshalb froh, als wir endlich Bad Wilsnack erreichten und mal wieder etwas zu Fuß gehen konnten, unser Hinterteil war dankbar.   Für den Rückweg nahmen wir dann eine andere Route. Über das Storchendorf Rühstädt ging es entlang dem Elbufer zurück nach Havelberg. Falls jemand Störche in der freien Wildbahn sehen möchte, kann ich dieses Dorf nur empfehlen. Wir haben viele Storchennester gesehen, von denen die meisten auch belegt waren. Auch die Flugkünste bei der Futtersuche haben wir bestaunt.               Eine weitere Radtour am nächsten Tag verbot sich aus naheliegenden Gründen und so besuchten wir das fußläufig erreichbare „Haus der Flüsse“. Hier ist eine Ausstellung geschaffen worden, die man jedem Naturfreund nur empfehlen kann. Wie uns ein Mitarbeiter erzählte wird das Haus auch von vielen Schulklassen besucht. In unseren Augen hat Havelberg neben dem Dom nun auch eine zweite Sehenswürdigkeit, herzlichen Glückwunsch Havelberg.  Am nächsten Morgen erhielt Wolfgang die ersehnte Nachricht, dass Ersatzteil sollte heute eintreffen. Also keine Ausflüge für diesen Tag planen, nur warten auf DHL. Die Stunden vergingen, von Ersatzteil noch keine Spur. Der Hafenmeister wollte auch schon wissen, ob wir noch weiter bleiben. Nicht mehr so gut gelaunt wie am Morgen trafen wir die Entschei-dung, eine weitere Nacht in Havelberg zu bleiben und bezahlten beim Hafenmeister den ver-langten Obolus (kleine Anmerkung: für die gebotene Leistung zu teuer!)  Kaum vom Hafenmeister zurück, kam die Meldung „das Ersatzteil ist da“. Wolfgangs Gesicht hellte sich merklich auf und er begann auch umgehend mit dem Einbau des Wischermotors. Er war noch nicht ganz fertig, da erreichte uns das vorhergesagte Gewitter. Es war genau über uns und es goss wie aus Kübeln. Wolfgang konnte also direkt einen ausgiebigen Härtetest unter extremen Bedingungen machen. Am Ende war er nass, aber glücklich: der Wischermotor funktionierte zu seiner Zufriedenheit.  Wir waren übrigens auch zufrieden, denn es war der erste Regen seit unserer Abfahrt in Wolzig. Auch unser neues Verdeck hat diesen Härtetest zu unserer vollsten Zufriedenheit bestanden.   Das Wetter hatte sich abends wieder ein bisschen beruhigt, es blieb zwar windig aber es regnete nicht mehr. So war es dann auch noch morgens beim Frühstück, bewölkt, sehr windig und kühl mit nur 16° Celsius. Aber heute ging es endlich weiter. Wir verließen den Winterhafen und waren kurz später an der Schleuse Havelberg. Die Schleusensignalisierung war seltsam und per Funk und auch via Handy war die Schleuse nicht erreichbar. Wolfgang hatte jedoch gesehen, dass an der Schleuse gearbeitet wurde und wir von dem Schleusenpersonal aufgefordert wurden in die Schleuse einzufahren. Glück gehabt! Eine Viertelstunde später konnten wir die Schleuse bereits verlassen und waren nach wenigen hundert Metern auf der Elbe. zurück zurück