Dömitz - Hamburg

HoKo on Tour 2017 
zurück zurück Nachdem wir uns bei strahlender Sonne und 20°C von unseren Freunden verabschiedet hatten, nahmen wir Kurs auf Geesthacht. Mit 83Km war heute eine der längsten Etappen auf der Tour zu bewältigen. Die Fahrt bis Lauenburg war ganz entspannt. In Lauenburg kam ein Güterschiff aus dem Elbe-Lübeck-Kanal, es war das erste gewerbliche Schiff, das mit uns auf der Elbe fuhr. Das gut beladene Schiff war nur langsam unterwegs, doch wir hatten Glück. Kurz hinter der Einfahrt des Elbe-Lübeck-Kanals ist bereits die Einfahrt in den Elbe-Seiten-Kanal und das Güterschiff zweigte in diesen Kanal ab. Wir waren wieder allein. Da wir mit der Strömung fuhren und auch keine Schleuse zu bewältigen war, erreichten wir bereits nach insgesamt 6 Stunden geruhsamer Fahrt den Hafen des Motoryachtclub Geesthacht. In diesem Hafen liegt man fantastisch ruhig. Es gibt weder Sog nach Wellenschlag, da es keine vorbeifahrenden Boote gibt, der Hafen liegt nämlich in einer Sackgasse neben der Schleuse. Allerdings sollte man schon einen Fußmarsch von 25-30 Minuten einplanen, will man die Stadt besuchen.  Ab der Schleuse Geesthacht wird die Elbe zur tidebeeinflussten Unterelbe, d.h. Ebbe und Flut der Nordsee sind ab hier deutlich zu spüren. Will man, wie wir es ja vorhatten, die Elbe stromabwärts bis nach Hamburg fahren, sollte man unbedingt den Tidenkalender beachten, damit man mit der Strömung und nicht gegen das auflaufende Wasser fährt. Als Landratte macht man sich darüber im Allgemeinen keine Gedanken, mit dem Boot aber ist es schon ein Riesenunterschied.  Laut Tidenkalender sollte nächsten Tag gegen 8:00 Uhr der höchste Wasserstand erreicht sein, deshalb planten wir, die letzten 35 Km bis Hamburg ab 9:00 Uhr in Angriff zu nehmen. Die Nacht war sehr ruhig, morgens wurden wir jedoch durch ein leichtes Grummeln geweckt, ein Gewitter war in der Ferne zu hören. Während des Frühstücks wurde es auf einmal wieder richtig dunkel, kurz darauf krachte es fürchterlich und es goss wie aus Kübeln. Das Gewitter war nun genau über uns. Ein Blick zur Uhr: 8:45 Uhr, laut Plan wollten wir jetzt eigentlich zur Schleuse vorfahren. Also musste wieder eine der Grundregeln her: Ruhe bewahren und abwarten. Irgendwann hört auch das schlimmste Gewitter wieder auf. Die Kaffeekanne spendierte mir noch einen Kaffee, ich las auf meinem Tablet noch in der Tageszeitung und so warteten wir.  Gegen 10:00 Uhr hörte es dann schlagartig auf zu regnen. Das Gewitter war beendet und es wurde sofort wieder sehr warm. Wir lösten die Leinen und machten uns auf den kurzen Weg zur Schleuse, die wir um 10:30 Uhr erreichten und um 11:00 Uhr bereits passierten. Zwar waren wir eine Stunde hinter unserem Plan erst losgefahren, aber es war natürlich immer noch ablaufendes Wasser, wodurch unsere Reisegeschwindigkeit 14-15 Km/h betrug. Hamburg war deshalb bereits nach 2,5 Stunden Fahrt erreicht. Die Einfahrt zum City-Sportboot-Hafen war schnell gefunden und um 14:00 Uhr hatten wir das Boot im Hafen festgemacht.  Hier wollten wir nun die nächsten fünf Tage bleiben. Ich ging also zum Hafenmeister, um das entsprechende Liegegeld zu bezahlen. Auf seine Frage: „Wie lange wollt ihr bleiben?“ kam meine prompte Antwort: „5 Tage“. „Wo wollt ihr dann hin?“, „Nach Brunsbüttel zum Nord-Ostsee-Kanal“, „Na, dann müsst ihr aber um 3:00 Uhr losfahren“. Ich schaute ihn fragend an und da sagte er auch schon: „nächsten Montag ist um 3:00 Uhr Hochwasser“. Hatte ich es in Geesthacht noch gemacht, hier hatte ich es vergessen: den Blick in den Tidenkalender.  Wieder an Bord teilte ich dem Smutje /1. Offizier - also Gisela - mit, dass Montag frühes Aufstehen angesagt sei. Insgeheim hatte ich natürlich schon mit dem Gedanken gespielt, länger in Hamburg zu bleiben. Letztendlich waren wir dann zehn Tage im City-Hafen, direkt gegenüber der Elbphilharmonie.    Über die einzelnen Tage in Hamburg möchte ich hier nicht detailliert berichten, sondern nur eine kurze Zusammenfassung schildern und lediglich die für uns besonders markanten Ereignisse näher erwähnen. Wir haben viele Fotos in Hamburg geschossen, einige davon sind auf dieser Seite zu sehen. Viele weitere Bilder können in der Bildergalerie betrachtet werden.  Das Wetter in Hamburg hatte alles zu bieten: Sonne, Regen, leichter Regen, Starkregen, Mix von Sonne und Regen, Hitze, Kälte, Wärme, wenig Wind, leichter Wind, starker Wind. Was wir in diesen zehn Tagen hatten, deckt im Prinzip das ganze Jahr ab. Zu unserer Freude können wir aber sagen, dass das schlechte Wetter mit Regen meistens nachts war. Wir hatten nur einen richtigen Regentag und nur zwei heiße Tage, die anderen Tage waren fast ideal, um eine Stadt zu erkunden.  Und nun Hamburg im Schnelldurchgang:  •	Daniel und Nicole - unser Hamburger Teil der Familie. Wir haben uns immer gefreut, die beiden an Bord begrüßen zu dürfen und haben so manche Stunde in Hamburg gemeinsam verbracht. •	Speicherstadt - historische Backsteingebäude mitten im Wasser, einfach schön. Mittlerweile übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. •	Fischmarkt - beginnt jeden Sonntag in der Nacht. Wir wollten auch dort hin, aber als wir wach wurden, sahen wir, dass es regnet und hatten keine Lust mehr aufzustehen. Wir haben Fischmarkt also bis zum nächsten Hamburg-Besuch vertagt. •	Portugiesenviertel - wer Fisch mag, ist hier, in Nähe der Landungsbrücken, an der richtigen Stelle. Es gibt gute Qualität zu vernünftigen Preisen. •	Michel - eine wunderschöne alte Kirche im Herzen der Stadt. Ein näheres Betrachten der Bestuhlung zeigt, wie reich die Stadt früher bereits gewesen sein muss. Die Orgel sah ebenfalls prachtvoll aus, leider hatten wir keine Gelegenheit, sie zu hören. •	Elbphilharmonie - das könnte ein neues Wahrzeichen der Stadt sein, besonders wenn man von der Nordsee kommend über die Elbe die Stadt erreicht. Wir haben uns den Prachtbau auch von innen angesehen und können nur sagen: „Hut ab, das ist ein gelungenes Haus“. Leider konnten wir hier kein Konzert hören. •	Rathaus - alt und ehrwürdig mit einer großartigen Fassade. Vor dem Rathaus ein großer Platz, meistens mit Touristen bevölkert. Von außen nicht sichtbar, aber auf jeden Fall einen Besuch wert ist der Innenhof des Rathaus. Dabei ist Hof hier untertrieben, es ist eher ein Platz mit einem Springbrunnen. Ebenfalls ist im Rathaus ein Restaurant / Café  vorhanden, welches hier im Hof ebenfalls vertreten ist. Die Preise waren zivil und die Qualität gut.  •	Kramergasse und Witwenhäuser - hier zeigt sich die soziale Verantwortung der alten, Hamburger Gesellschaft •	Elb-Jazz - eine zweitägige Jazzveranstaltung auf dem Gelände der Werft Blohm+Voss. Um dort hinzugelangen, sind wir durch den alten Elbtunnel (Autos werden hier mit Fahrstühlen auf das jeweilige Straßenniveau gebracht!)  gelaufen. •	Landungsbrücken - vom City-Hafen in 5 Minuten zu erreichen, waren wir hier fast täglich. Hier schlägt anscheinend das Herz von Hamburg. Es ist ein permanentes Kommen und Gehen, sowohl von Einheimischen als auch von Touristen. Die Elbfähren gehören hier zum ÖPN (öffentlicher Personen Nahverkehr), auch wir haben sie des Öfteren genutzt. •	Finkenwerder - nein, wir waren nicht bei Airbus. Wir sind von den Landungsbrücken mit einer Elbfähre nach Finkenwerder gefahren und haben diesen Teil Hamburgs zu Fuß erkundet. Man kann es gut mit Berlin und Friedrichshagen vergleichen: Finkenwerder gehört zwar zu Hamburg, aber man hat nie das Gefühl in einer Metropole zu sein. Genauso geht es mir in Friedrichshagen: da bin ich auch nicht in Berlin. •	Traditionsschiffhafen - hier sind historische Segelschiffe und restaurierte Hafenkräne zu sehen. •	Binnenalster - hier erübrigt sich jeder Kommentar. Bei Sonne, und wir hatten Sonne, ein wunderschöner Ort um die Stadt und die Menschen einfach nur zu beobachten. Hier strahlt die Stadt ein Flair aus, das man förmlich riechen kann. •	Planten un Blomen - ein traditionsreicher Park im Innenbereich der Stadt, die grüne Lunge Hamburgs. Bei freiem Eintritt kann man diesen schönen Park mit vielen Pflanzen (Planten) und Blumen (Blomen) besuchen, der in Themenbereichen gegliederte Park ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Erstaunt waren wir auch über die vielen Sitz- und Liegemöglichkeiten, bei schönem Wetter eine kostenloses Solarium. •	Schiffstaufe - wie bereits gesagt, ist der City-Sportboothafen vis-a-vis der Elbphilharmonie gelegen. Da Elphie, Hamburgs Kosewort für die Philharmonie, wohl ein Muss für die Kreuzschifffahrt ist, haben wir mehrere dieser Ozeanriesen gesehen. Ein Höhepunkt war die Schiffstaufe von „Mein Schiff 6“. •	Ausstellungen - gibt es unzählige in Hamburg. Wir waren bei der Eröffnung der Art & Science im Hamburger Rathaus dabei. Daniel und Nicole hatten uns die Eintrittskarten besorgt, von beiden wurde ein Werk gezeigt. zurück zurück