Schlei 

HoKo on Tour 2017 
zurück zurück Die ersten Tage in bzw. an der Schlei haben wir beim ASC (Angelner Segelclub) in Kappeln verbracht. Wir hatten einen schönen Liegeplatz mit Seitensteg und die Sanitäranlagen waren immer sauber. Der Seitensteg hatte für uns den Vorteil, dass wir unsere Fahrräder bequem von Bord holen konnten. Das Wetter bei diesem ersten Kappeln-Aufenthalt war durchgängig trocken und warm, manchmal sogar heiß und immer windig bis sehr windig. Der Wind sorgte dafür, dass man die Hitze nicht richtig spürte und auch den Sonnenbrand erst merkte, als es zu spät war.  Nach der Ankunft beim ACS und der Anmeldung beim Hafenmeister haben wir erst einmal einen kurzen Trip in die Stadt gemacht. Hatten wir uns bisher immer Schleswig-Holstein als plattes Land vorgestellt, wurden wir nun eines Besseren belehrt. Die Gegend um die Schlei ist hügelig und dies gilt auch für Kappeln selbst. Vom Wasser aus muss man erst bergauf laufen, um das Einkaufszentrum der Stadt zu erreichen. Für die Touristen ist natürlich der Bereich in der Nähe des Stadtanlegers mit den Ausflugsdampfern und der Klappbrücke der Mittelpunkt. Zur Stärkung gab es als Vor- und Hauptspeise ein Fischbrötchen (ja wir lebten (manchmal) genügsam) und ein leckeres Eis zum Nachtisch.  In der Touristeninformation besorgten wir uns Fahrradkarten für die Region, sogar ausgearbeitete Fahrradtouren waren in den Karten vorhanden. Eine dieser Touren führte auf direktem Weg zum Weidefelder Strand, den Kappelner Ostseestrand, und wir machten uns bald auf den Weg. Wir fuhren über die Klappbrücke und dann an Wiesen und Feldern vorbei in Richtung Strand. Dort angekommen waren wir überrascht, der Strand war richtig leer. Wir machten hier eine längere Pause und fuhren dann zurück, nicht ohne unterwegs noch eines der vielen Cafés zu besuchen.    Das Wetter am nächsten Morgen zeigte sich von der besten Seite. Für uns hieß das, den Drahtesel wieder für die zweite Tour zu besteigen. An der Schlei entlang ging es durch eine blühende Landschaft bis nach Arnis. Dieses kleine, entzückende Städtchen macht einen richtigen dörflichen Eindruck, besitzt aber trotzdem die Stadtrechte. Durch enge, gepflasterte Straßen fuhren wir Richtung Fähre nicht ohne die schönen, kleinen Häuser mit den prachtvollen Türen zu bewundern.   Mit der Fähre setzen wir zum anderen Schleiufer über und weiter ging unsere Tour - wie gestern bereits - durch eine herrliche Natur. Entlang der Wiesen und Felder radelten wir bis Schönhagen und weiter über Weidenfelder Strand zurück nach Kappeln. Nachmittags machte sich zwar das Hinterteil bemerkbar, aber da waren wir schon fast wieder am Boot. Wir haben beide tapfer durchgehalten.  An dieser Stelle muss ich noch ein ganz großes Lob aussprechen: wir sind in Schleswig-Holstein sehr viel Fahrrad gefahren, fast immer auf gut erhaltene Radwege und nur ganz selten mussten wir auf der Straße fahren. Danke, S-H, es hat Spaß gemacht.   Nach vier Hafentagen wurde es wieder Zeit, die Reise fortzusetzten. Wir verließen Kappeln an einem heißen Montag (9:30 Uhr, 30°C, schwacher Wind) in Richtung Lindaunis. Vor der Klappbrücke mussten wir etwas warten, bevor es weiter bis zu unserem Tagesziel die Große Breite ging. Hier fanden wir einen Ankerplatz abseits des Schiffsverkehrs und genossen für den Rest des Tages das herrliche Wetter.  Über Nacht änderte sich das Wetter mal wieder. Es war zwar weiterhin trocken und sonnig, aber die Temperatur erreichte nur noch die 20°C-Marke. Dafür frischte es ordentlich auf, viel Wind der Stärke 4 war der Begleiter an diesem Tag, in Böen sogar Stärke 6. Wir nutzten diesen Tag, um das Boot mal wieder gründlich zu putzen. Bevor wir ins Bett gingen, habe ich dann dem Anker noch mehr Kette gegeben: 4m Wassertiefe und 20m Kette. Das musste für einen sicheren Halt reichen. Es hat auch gereicht, wie der erste Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen zeigte.  Nach dem Frühstück wurde der Anker gelichtet und die kurze Fahrt nach Schleswig absolviert. Wir wollten beim Schlei-Segelclub die kommenden Tage unterkommen. Der Hafen war jedoch relativ voll und für ein Boot unserer Größe, speziell unserer Breite, war kein Platz mehr vorhanden. Also fuhren wir ein wenig zurück und machten beim Stadthafen Schleswig fest. Der Stadthafen wie auch der direkt anschließende Wohnmobilstellplatz wird von den Stadtwerken Schleswig betrieben und ist empfehlenswert. Der auf den ersten Blick hohe Preis relativierte sich zu angemessen, da sämtliche Nebenkosten (Wasser, Strom, Abfall und Sanitäranlagen) in dem Preis enthalten und die Anlagen in einem Top-Zustand waren.  Wie immer, wenn wir in einer uns unbekannten Stadt früh genug in den Hafen einlaufen, erkunden wir nachmittags die City. Einerseits vertritt man sich dabei mal die Beine, auch wenn es heute nur eine sehr kurze Fahrt war, andererseits bekommt man schon einen ersten Eindruck. Wir sahen schnell, dass sich Schleswig nicht von anderen Städten dieser Größe unterscheidet. In der City gibt es eine Fußgängerzone und in dieser Zone den gewöhnlichen Einheitsbrei der Geschäfte (also die üblichen Einkaufsketten). Eine wohltuende Ausnahme ist jedoch der in der Innenstadt gelegene Dom Sankt Petri, der mit 112m Höhe weithin sichtbar ist.  Direkt neben dem Hafen befindet sich die alte Fischersiedlung Holm. Wie früher üblich, ist zentral der Friedhof mit Kapelle zu finden und die kleinen Fischerhäuschen umringen den Friedhof. Wirklich eine kleine, sehr gut instandgehaltene Siedlung.  Ursprünglich wollten wir nur drei Tage in Schleswig bleiben. Am zweiten Abend informierte jedoch der Hafenmeister via Aushang, dass die Klappbrücke in Lindaunis defekt war und die Reparatur mindestens noch 3 Tage dauern würde. Da die Schlei je bekanntlich eine Sackgasse ist, bedeutete das für uns, den Aufenthalt in Schleswig bis zum Ende der Reparatur zu verlängern. So hatten wir nun genug Zeit, mit den Rädern die Umgebung zu besuchen.  Liest man zur Vorbereitung eines Besuchs einen Stadtführer von Schleswig, heißt es immer, die Highlights wären Dom, Schloss Gottorf und die alte Wikingersiedlung Haithabu. Den Dom hatten wir ja bereits gesehen, also fuhren wir mit den Rädern zum Schloss Gottorf. Die Geschichte will ich hier nicht schildern, die kann man ausführlich (z.B. im Internet wikipedia) nachlesen. Heute sind hier zwei Landesmuseen untergebracht, die wir aber nicht besucht haben. Viel interessanter, und mein persönliches Highlight, ist der berühmte Gottorfer Riesenglobus. Den muss man nicht nur gesehen haben, nein, in dem muss man drinnen gesessen haben (ja, tatsächlich gesessen!). Dies ist eine Pflicht für jeden Besucher Schleswigs.  Das berühmte Wikingerdorf Haithabu war bei unserem Besuch nur teilweise geöffnet, da die Archäologen immer noch mit ihren Ausgrabungen beschäftigt sind. Was wir sehen konnten, hat mich persönlich eher gelangweilt. Es mag für Kinder ja abenteuerlich sein, aber mich interessieren alte Lehmhütten nicht mehr. Und wenn sich dort einige Leute als Wikinger verkleidet in den Hütten aufhalten und Wikinger spielen, frage ich mich immer: „Was soll das?“.  Nach so viel Kultur stand dann mal wieder eine größere Radtour an. Wir haben die Große Breite auf folgender Route umradelt: Stadthafen - Moldenit - Schaalby - Tolk - Brodersby - Missunde - Fleckeby - Borgwedel - Fahrdorf - (Haithabu links liegen gelassen) - Schleswig am Schloss vorbei - Hafen. Es war eine schöne Tour durch eine hügelige Landschaft, fast 33Km Natur pur bei viel Wind (wie beim Radfahren üblich immer von vorn), Sonne und ein bisschen Regen.   Als wir beim Hafenmeister vorbei kamen, sahen wir keinen Aushang mehr. Abends hatte ich dann eine E-Mail von ELWIS (Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS) der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes) erhalten, die Klappbrücke in Lindaunis war wieder in Betrieb.  Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns dann von Schleswig. Es war windstill, schwül und diesig, das Waser war spiegelglatt. Im Grunde passte das Wetter zu dem, was wir in den letzten Tagen erlebt hatten. Wir hatten Regen, Sonne, Wolken, Hitze, Gewitter, Wind, Sturm und nun auch Schwüle, also alles was es geben kann. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass schlechtes Wetter, also Sturm und Gewitter, eher die Ausnahme war und geregnet hat es tagsüber auch nicht viel.  Das schwüle Wetter blieb uns bis zur Klappbrücke Lindaunis erhalten. Wir kamen um kurz vor 10 Uhr in Lindaunis an und konnten noch sehen, wie die Brücke geschlossen wurde. Bis zur nächsten Brückenöffnung in 45 Minuten vertrieben wir uns die Zeit mit Kaffee trinken und Tageszeitung (Online-Ausgabe der SZ) lesen.   Pünktlich wurde die Brücke geöffnet. Wir passierten die Brücke und guckten uns erstaunt an. Das Wetter hatte sich schlagartig geändert, statt Schwüle nun richtig diesig. Aber die Sicht war noch ausreichend genug, wir konnten weiterfahren.  In Kappeln legten wir dann wieder beim ASC an, diesen Hafen kannten wir ja bereits. Das Wetter wurde immer schlechter, es begann ein leichter Nieselregen. Der nächste Tag war dann grausam: Dauerregen den ganzen Tag, maximale Temperatur 15°C. Uns war so kalt, dass wir die Heizung angemacht haben. Dauerregen auch in der Nacht, Beim Aufstehen morgens: Regen. Es war ein s… Wetter. Endlich, am frühen Nachmittag hatte der Wettergott ein Einsehen. Es hörte auf zu regnen und die Sonne zeigte sich etwas. Wir nutzten dies aus, um unsere Vorräte zu ergänzen, denn nächsten Tag sollte es weiter gehen. zurück zurück