Eckernförde - Heiligenhafen 

HoKo on Tour 2017 
zurück zurück Morgens um 5:00 Uhr, ganz ohne Wecker, wurden wir wach. Es war eine gute Zeit, denn die kommende Brückenöffnung um 5:45 Uhr wollten wir nutzen. Wir schafften es bequem in der Zeit und waren die ersten (und auch die einzigen) an der Brücke. Bei Sonne und wenig Wind strebten wir Schleimünde und damit die Ostsee an.   Wie früher bereits erzählt, hatten wir bei der Überfahrt von Laboe nach Kappeln oftmals keinen Sichtkontakt zur Küste. Gisela hatte mir dazu gesagt, dass das ein flaues Gefühl in ihrer Magengegend erzeugt hatte. Also hatte ich unsere weiteren Routen dahingehend überarbeitet, dass wir nun nach Möglichkeit immer parallel zur Küste fuhren, auch wenn dies zu Umwegen führte. Kurz nach Schleimünde gingen wir deshalb auf Südkurs, vorbei an Damp in Richtung Eckernförder Bucht. Wir hatten Westwind und fuhren deshalb bei ablandigem Wind mit relativ geringen Wellen. Dies änderte sich jedoch mit der Einfahrt in die Eckernförder Bucht. Zwar hatten wir immer noch Westwind, aber nun nicht mehr ablandig. Von schräg vorn kamen nun die Wellen, die durchaus eine Höhe von 1m erreichten. Für uns als Binnenschiffer war das schon eine ganz gute Höhe.  Wir passierten den Marinehafen und konnten dabei zwei U-Boote sehen. Erstaunlich, wie nah man als Zivilist an den Marinehafen heranfahren darf. Den Sportboothafen von Eckernförde erreichten wir kurz darauf. Da wir keinen Liegeplatz für unser Boot sahen, legten wir am Außensteg an. Der erste Weg war jetzt der Besuch des Hafenmeisters. Wir hatten Glück, er hatte noch zwei Liegeplätze für drei Tage in der passenden Größe im Innenbereich frei. 15 Minuten später lagen wir dann an unserem Liegeplatz, es war erst 10:15 Uhr. Zu solch früher Zeit haben wir nur ganz selten das Tagesziel erreicht, allerdings starten wir normalerweise morgens auch nicht so früh.  Es war eine gute Zeit für ein zweites Frühstück, zumal das erste unterwegs etwas unruhig war. Anschließend statteten wir der Innenstadt einen Besuch ab. Wir waren überrascht, Eckernförde zeigte sich als kleine Stadt, in der zwar auch die üblichen Geschäftsketten ihre Häuser haben. Es gibt aber anscheinend auch noch einige alteingesessene Geschäfte. Frisches Obst und Gemüse haben wir dann einen Tag später auf dem Markt gekauft. Verkauft wurde direkt von den Erzeugern, die Qualität war hervorragend und die Preise, nun die Preise waren der Qualität angemessen. (Man kann sicherlich preiswerter einkaufen, aber dann wohl kaum diese Qualität.)  Besonders hervorheben möchte ich eine kleine Bäckerei in der Langebrückstraße. Es gibt dort verschiedene Brotsorten, gebacken mit Vollkornmehl. Wir haben drei verschiedene Brote probiert, alle waren sehr, sehr lecker. Müsste ich Schulnoten vergeben, dann eine glatte 1 mit Sternchen. So ein leckeres Brot habe ich seid Eckernförde nicht mehr gegessen, obwohl wir auch in Friedrichshagen gute Bäcker mit leckerem Brot haben. Aber in Eckernförde: einfach traumhaft. (Während ich dies schreibe und an das Brot denke, läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen.)  Direkt neben dem Hafen beginnt der Badestrand von Eckernförde. Da das Wetter schön war, haben wir am zweiten Tag eine Strandwanderung gemacht. Die Hosenbeine wurden hochgekrempelt, die Schuhe in die Hand genommen und wir schlenderten bis zum Ende des Hundestrands durch das Wasser. Zurück ging es dann auf der Strandpromenade, stellenweise auch durch die schöne Parkanlage direkt neben der Promenade. Anschließend war dann der Marktbesuch in der City, natürlich mit entkrempelten Hosenbeinen.  Der Abschied von Eckernförde fiel uns dann trotzdem leicht. Wir hatten nämlich gesehen, dass rund um den Hafen und am Strand Tribünen und Absperrgitter für ein großes Event am Wochenende aufgebaut wurden. Dieses Ereignis war auch der Grund, weswegen wir den Liegeplatz nur für drei Tage haben konnten.  Bei Sonne und nur mäßigem Wind, aber nur 10° C Wärme (besser Kälte), verließen wir Eckernförde. Wegen des Ostwindes kamen die Wellen fast genau von vorne, es war eine ruhige Fahrt. Es wurde langsam wärmer und auch windiger. Als wir dann die Eckernförder Bucht verließen und der neue Kurs nun Süd-Ost war, merkten wir schnell, dass der Ostwind jetzt nicht mehr so gut war. Die Wellen wurden höher und kamen nicht mehr von vorne sondern viel mehr von der Seite. Aus der ruhigen Fahrt wurde eine unruhige Schaukelei. Auf das geplante Queren der Kieler Förde nördlich des Bülker Leuchturms in Richtung Wendtorf haben  wir dann verzichtet. Stattdessen sind wir weiter in die Kieler Förde gefahren, die Wellen kamen dann schräg von hinten, bis wir ungefähr die Höhe von Friedrichsort hatten. Mit Kurs Nord-Ost steuerten wir dann Richtung Laboe, und querten so die Förde. Die Wellen kamen dabei wieder von schräg vorn und waren erträglich. Da unser Ziel die Marina Wendtorf war, hielten wir diesen Kurs auch nach Laboe bei. Erst als wir die Untiefe „Au-Haken“ passiert hatten, konnten wir Kurs auf Wendtorf nehmen. Die Wellen waren dann zwar wieder unangenehmer, aber wir hatten das Ziel bald erreicht.  Die Marina Wendtorf war für die nächsten drei Tage unsere Basis. Der Ort selbst ist klein und unscheinbar, es dominiert hier der Tourismus auf Basis der Selbstverpflegung, denn Gaststätten existieren nicht und immer nur Imbiss muss auch nicht sein. Der Ort ist aber ideal als Ausgangsbasis. Mit dem Schiff auf die Ostsee: kein Problem, dauert nur ein paar Minuten. Mit dem Rad nach Laboe: kein Problem, sind auch nur ein paar Kilometer. Mit dem Rad zum Badestrand: kein Problem, kann man aber auch zu Fuß gehen.  Für uns war die Marina der Ausgangspunkt für eine kurze Tour zum Marinedenkmal und Laboe. Hatten wir auf dem Hinweg Laboe nur als Schlafstätte genutzt, schlenderten wir nun durch den Touristenort. Ich hatte gar nicht gewusst, dass es in der Kieler Förde so viele Touristen gibt.  Einen ganzen Tag hat dann die Radtour bis zum Schönberger Strand gedauert. Immer parallel zum Strand, nur durch Dünen getrennt, ging es über Kalifornien und Brasilien zum Ziel. Dort haben wir uns dann am Sandstrand ausgeruht, entsprechend notwendige Decken bzw. Handtücher hatten wir natürlich in unseren Satteltaschen. Die Sonne war angenehm, nicht zu heiß und nicht zu kalt, man konnte es gut am Strand aushalten. Wenn, ja, wenn der Wind nicht immer stärker wurde. Wir entschlossen uns deshalb den Heimweg - natürlich bei Gegenwind - anzutreten.   „Des einen Freud', des anderen Leid." so lautet ein altes Sprichwort. Unser Leid, der Wind, war die Freude der Kite-Surfer. In der Ferne, kurz vor der Marina, sahen wir unzählige Kite-Surfer ihrer Leidenschaft nachgehen. Sie genossen förmlich den Wind. Die Könner unter ihnen machten große Sprünge und landeten doch sicher im Wasser. Ich hoffe, dass die Fotos auf dieser Seite das Spektakel deutlich machen.   Von Wendtorf aus wollten wir als nächste Station auf unserer Tour den kleinen Naturhafen in Lippe in der Hohwachter Bucht einen Besuch abstatten. Da in diesem Hafen nicht viele Liegeplätze existieren, rief ich sicherheitshalber den Hafenmeister an und reservierte einen Liegeplatz.  Will man Lippe anlaufen, egal ob von Wendtorf oder von Heiligenhafen aus, muss man durch die (militärischen) Warngebiete Todenhof und Putlos. Diese Gebiete kann man nicht umfahren, da sie bis zum Ufer reichen. Warngebiete darf man durchaus befahren, aber ein Warngebiet kann auch zum Sperrgebiet werden, und dann ist das Befahren verboten. Und diese Warngebiete werden regelmäßig für Ziel- und Schießübungen genutzt  und damit regelmäßig während der Schießzeit zu Sperrgebiete erklärt. Und geschossen wird natürlich von Montag bis Freitag in der Zeit von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr, also dann wenn der Urlauber gerne mit seinem Boot fahren möchte. Lediglich am Wochenende und auch wenn die Bundeswehr im Sommer Urlaub macht, existiert eine Schießpause.   Da wir weder sehr früh morgens noch spät abends fahren wollten, haben wir den Törn Wendtorf-Lippe an einem Samstag gemacht. Das Wetter war ideal, sonnig und nur schwacher Wind, und nach gemütlichen drei Stunden, liefen wir in den Lipper Hafen ein. Dort warteten wir auf das Ende der Mittagspause des Hafenmeisters, damit er uns den reservierten Liegeplatz zeigen konnte. Als er pünktlich aus der Pause kam, war zuerst Verwirrung angesagt. Er konnte sich nicht an unser Telefonat erinnern und hatte deswegen auch keinen Liegeplatz reserviert. Auf die Frage, ob denn überhaupt noch ein Platz für uns vorhanden sei, kam die überraschende Antwort: „Das weiß ich nicht. Ich bin hier erst seit kurzem Hafenmeister und kenne noch nicht alle Größen der Boxen.“ Auf dem Hafenplan an der Wand hinter seinem Schreibtisch konnte man noch einige freie Plätze erkennen, ich hoffte nur, dass sie nicht alle zu klein waren. Jetzt zeigte sich der Vorteil eines kleinen Hafens: der Hafenmeister ging einfach mit mir durch den ganzen Hafen, schaute sich die noch freien Plätze an, zeigte schließlich auf zwei und meinte: „Die sind groß genug, such dir einen davon aus.“ Glück gehabt, denn weiterfahren bis Heiligenhafen wollten wir erst eine Woche später, wieder an einem Wochenende, wegen der Schießzeiten.  Lippe selbst ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Behrensdorf. Es gibt den Hafen, angrenzend einen Campingplatz, eine Speisegaststätte Klabautermann und vielleicht noch fünf Häuser, das war‘s. Und es gibt noch Fisch vom Kutter! Hier haben wir mehrfach fangfrische (sie zappelten noch!) Flunder gekauft. Schön auf der Haut kross gebraten waren sie einfach lecker.   Die hügelige Umgebung haben wir mit den Rädern „erfahren“. Nur den Weissenhäuser Strand haben wir nicht mit dem Fahrrad erreicht. Diesen Ausflug mussten wir abbrechen, da es fürchterlich zu regnen anfing und auch nicht nach aufhören aussah. Trotz unserer Regenjacken sind wir bis auf die Haut nass geworden und lieber wieder zum Boot gefahren.  Wir hatten eine schöne, ruhige Woche in Lippe gehabt. Das Wetter hatte auch wieder alles zu bieten, von Sonne mit Hitze und Starkwind und Starkregen war alles dabei. In seiner Unbeständigkeit war das Wetter hier in Schleswig-Holstein sehr beständig. Dies hat aber auch den Vorteil, dass auch schlechtes Wetter nicht lange anhält!   Samstags war wieder schießfrei und damit kein Sperrgebiet in der Hohwachter Bucht, und es war auch schönes Wetter. Bei Sonne und Windstille haben wir Lippe verlassen und sind immer an der Küste entlang Richtung Fehmarn gefahren. Die Marina Heiligenhafen war unser Ziel, das wir bereits vormittags erreichten. Mit über 1000 Liegeplätzen ist diese Marina eine der größten an der Ostseeküste. Der erste Anblick beim Einfahren in den Hafen war schon imposant: vor lauter Segelmasten konnte man keinen freien Liegeplatz sehen. Wir mussten  diesmal ein bisschen länger suchen, bis wir eine freie Box für unser Schiff gefunden hatten.   Der Liegegeld war schnell im Hafenbüro bezahlt und dann auf in das Getümmel. Es war nämlich Hafenfest in Heiligenhafen. Einerseits liegen Hafen und Marina nebeneinander, andererseits war doch genug Abstand, so dass wir von dem ganzen Rummel nicht zu sehr gestört wurden. Der obligatorische erste Besuch der Innenstadt war eher enttäuschend, es gab nicht viel zu sehen.  Am nächsten Tag sind wir dann in Richtung Strand gegangen. Vorbei an kleinen Geschäften und Cafés, die bei Sonne ein fast mediterranes Flair haben, erreichten wir die Seebrücke. Es war für mich die erste Seebrücke, die mich ansprach. Es gab Sitzgelegenheiten an Stellen, wo man sie nicht erwartete. Es gab einen mit Glas abgeteilten Bereich, so dass man sich auch bei schlechterem Wetter auf der Seebrücke aufhalten kann. Es gab eine Art Abenteuerspielplatz für Kinder, es gab …Also diese Seebrücke ist in meinen Augen eine Attraktion für Heiligenhafen, sehr schön!  Der feinsandige Badestrand zeigte sich von seiner besten Seite: nicht zu voll, nicht mit Strandkörben zugestellt, sehr sauber. Sonnenanbeter und Kinder werden sich hier sehr wohlfühlen, auch deshalb, weil für beide genug Platz ist. zurück zurück