Szczecin (Stettin) - Świnoujście (Swinemünde) 

HoKo on Tour 2018 
zurück zurück Die neue, erst 2015 eröffnete North East Marina machte einen sehr guten Eindruck. Die Marina liegt auf einer Insel in der Oder direkt gegenüber der bekannten Hakenterrasse. Diese zentrale Lage der Marina ist einfach ideal, von hier aus kann die Stadt fußläufig erkundet werden. Zentrale Lage bedeutet aber auch, dass die Geräuschkulisse einer Stadt vorhanden ist. Absolute Ruhe und City-Nähe schließen sich doch aus, man kann nur eines von Beiden haben.  In den nächsten Tagen lernten wir also Stettin ein bisschen kennen. Die touristischen Highlights haben wir natürlich besichtigt. Die älteste Kirche Stettins St. Peter-und-Paul-Kirche (Ursprünge gehen auf das 12. Jahrhundert zurück) und die wieder aufgebaute Jakobikirche, auch Jakobskathedrale genannt, sind prachtvolle Bauten. Das im 2. Weltkrieg fast völlig zerstörte Stettiner Schloss (Greifenschloss) wurde auch wieder rekonstruiert und wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Die Hauptpost ist ebenfalls ein imposantes Gebäude.  Die Hakenterrasse haben wir natürlich nicht nur vom Hafen aus bewundert, sondern auch aus der Nähe erlaufen. Es ist dies ein ca. 500m langes Bauensemble in der hoch über der Oder gelegenen Uferstraße.  Hier sind die Marineakademie, ein Teil des Nationalmuseums und ein Verwaltungsgebäude untergebracht.  Einen vollkommen anderen Eindruck machte die neue Philharmonie. Dieses erst 2014 fertiggestellte Gebäude ist architektonisch nicht vergleichbar mit den anderen Gebäuden. Es ist ein wirklich moderner Bau, dessen Schönheit ich erst mit dem zweiten Blick erkannte.  Der Mensch lebt ja nicht nur von der Kultur. Ich kann hier versichern, dass man in Stettin auch gut essen und trinken kann.  Nach 3 Tagen mit herrlichstem Wetter verließen wir Stettin bei Sonne und leichtem Wind. Heute stand nur ein relativ kurzer Törn nach Trzebież (Ziegenort) auf dem Programm. Ziegenort ist ein beliebter Halt auf dem Weg zur Ostsee (und auch auf der Rücktour), weil es hier eine Bootstankstelle gibt und es auch das Tor zum Stettiner Haff ist. Hier hat man also noch die Möglichkeit, schlechtes Wetter auszusitzen. Auch wir statteten der Tankstelle einen Besuch ab, füllten unsere Tanks mit polnischem Diesel ohne Bio-Anteile (an Straßentankstellen ist- wie in Deutschland - auch in Polen Diesel mit Bio-Diesel vermischt). Außerdem war das Wetter schlechter geworden, der Wind hatte doch kräftig zugelegt. Wir beschlossen deswegen, hier zu übernachten.  Wir lagen schon in der Koje, als ich draußen ungewohnte Geräusche hörte. Ein Blick aus dem Fenster genügte, um die Ursache zu sehen. Ein größeres Segelboot wollte hinter uns anlegen und kämpfte dabei mit dem mittlerweile starken Wind. Ich zog mir schnell etwas Warmes an und ging von Bord, um dem Segler zu helfen. Ein junges Pärchen hatte sich ein größeres (ca. 11m) Segelboot gechartert, wobei die junge Dame absolut keine Ahnung hatte. Ich amüsierte mich zuerst köstlich über ihre Kleidung: die Sachen waren für ein exklusives Shopping sehr geeignet, zum Segeln würde ich jedoch andere Kleidung bevorzugen. Als ich ihr sagte, sie möge eine Leine an der Klampe befestigen und mir das andere Ende der Leine zuwerfen, sah ich nur ein hilfloses Gesicht. „Leine“ schien sie ja zu kennen, aber was ist denn eine Klampe? Und wie befestigen? Hier war nicht zu helfen, also ging ich zu ihrem Partner, der mir auch schon die Leine zuwarf. Während ich nun das Boot vorne verzurrte, löste er seine Partnerin am Heck ab und warf mir dann die Heckleine zu, wenigstens er wusste wo es lang geht. Mit diesen zwei Leinen lag das Schiff zwar noch nicht sicher, aber den Rest würde der junge Kapitän auch alleine schaffen.  Später warf ich noch mal einen Blick aus dem Fenster und war dann doch überrascht. Das junge Pärchen saß bei diesem Wind unter freiem Himmel auf der Plicht und schlürfte ihren Sekt  - oder war es Champagner? Was auch immer es war, es ging den Beiden anscheinend gut.  Als wir morgens aufstanden, war es noch stark bewölkt. In der Nacht hatte es geregnet, nun war es aber trocken. Der Wind hatte nachgelassen maximal noch Windstärke 3, es war aber noch relativ kühl. Die Fahrt über das Haff war angenehm, kam der Wind doch fast genau von vorn. Nach zwei Stunden war das Stettiner Haff hinter uns und wir fuhren in den Kanal Piastowski (früher war dies die Kaiserfahrt) ein. Bis Swinemünde war es nur noch eine Stunde (ca. 11 Km).  Im Norden kurz vor der Mündung in die Ostsee liegt der Hafen Port Jachtowy Ośrodka. Hier fanden wir Liegeplätze für unseren Aufenthalt in Swinemünde. zurück zurück