Świnoujście (Swinemünde)

HoKo on Tour 2018 
zurück zurück Gegenüber unserem letzten Besuch hier, war Swinemünde nicht wieder zu erkennen. Die neue Strandpromenade mit all ihren Geschäften und Hotels kannten wir noch nicht. Obwohl die Saison gerade erst begann bzw. wir noch kurz vor der Saison waren, war doch immer ein reges Treiben auf der Promenade zu verzeichnen. Hatten wir früher kaum deutsche Urlauber hier gesehen, waren nun auffallend viele deutsche Familien mit ihren Kindern zu sehen. Es hat sich wohl mittlerweile auch in Deutschland herum gesprochen, dass der Sand und das Meer auf der östlichen, polnischen Seite Usedoms der gleiche ist wie im westlichen Teil der Insel. Die Preise jedoch noch um ein gehöriges Stück unter denen in den Kaiserbädern liegen, wie wir bei einer Radtour bis Heringsdorf feststellen konnten.  Das durchgängig schöne Wetter lud zwar zum Faulenzen am Strand ein, wir wollten aber etwas von der Landschaft sehen. Die alten militärischen Anlagen (Fort Zachodni, Fort Aniola und Fort Gerharda) waren zwar fußläufig zu erreichen, interessierten uns jedoch nicht. Der Leuchtturm Laternia Morska von Swinemünde sah vom Hafen aus zum Greifen nah aus, er lud förmlich zu einem Spaziergang ein. Außerdem kamen wir dann am (östlichem) Bahnhof von Swinemünde vorbei, wo wir uns nach den Abfahrzeiten für den Zug nach Międzyzdroje (Misdroy) erkundigen wollten.  Mit der kostenlosen Fähre setzten wir zum anderen Ufer über und standen auch schon vor dem Bahnhof. Die Abfahrzeiten waren schnell gefunden, sicherheitshalber wollten wir auch bereits die Fahrkarten (Personen und Fahrräder) lösen. Am Fahrkartenschalter gab es dann das erste Mal Verständigungsprobleme. Der Mann am Schalter sprach hervorragend Polnisch, jedoch nichts anderes. Wir konnten Deutsch und Englisch, jedoch kein polnisch. Zusammen mit der Frau am zweitem Schalter, mehreren polnischen Fahrgästen, die ebenfalls Fahrkarten kaufen wollten, einem Pons Deutsch-Polnisch und mit Händen (aber ohne Füßen), gelang es uns doch innerhalb von 30 Minuten, die Fahrkarten zu erwerben. In dieser Zeit ist niemand, auch nicht die wartenden Fahrgäste, ungeduldig geworden und am Ende sind wir alle  lachend auseinander gegangen. Hier noch mal ein großes „Danke“ an die Schalterbeamten und die wartenden Fahrgäste.  Mit den Fahrkarten in der Geldbörse machten wir uns nun auf den Weg zum Leuchtturm. Schon bald zeigte sich, dass zum „Greifen nah“ nicht unbedingt heißt „schnell zu erreichen“. Zum Greifen nah, dass war die Luftlinie. Wir mussten aber bei strahlendem Sonnenschein, man kann auch sagen bei großer Hitze, einen großen Bogen um ein Gewerbegebiet laufen. Aus dem kleinen Spaziergang wurde eine größere Wanderung, bis wir endlich den Leuchtturm erreichten. Zwischenzeitlich waren wir zweimal von einem Bus überholt worden und hatten sicherheitshalber an den Haltestellen nach der Abfahrzeit für die Rückfahrt gesehen.  Am Leuchtturm angekommen, wartete bereits die Überraschung auf uns. Es gab keinerlei Gastronomie, dabei hatten wir uns schon auf eine Tasse Kaffee gefreut. Dieser mit 68m höchste Leuchtturm an der Ostsee, wollte dann auch noch erklommen werden. Es gibt im Inneren nämlich nur eine Wendeltreppe und keinen Aufzug! Gisela streikte nun, ich aber machte mich auf den Weg. Dank meines Trainings im Winter (regelmäßiger Besuch eines Fitness-Centers (Mucki-Bude)), schaffte ich die über 300 Stufen ohne Pause, auch wenn ich oben angekommen doch tüchtig gepustet habe.  Der Ausblick von oben war dafür grandios. Zum Greifen nah, sah ich zum Beispiel unser Boot im Hafen liegen – war ja nun auch wirklich Luftlinie. Der Blick über die Ostsee mit den Molen war wirklich ganz fantastisch. Die 300 Stufen nach unten habe ich dann auch wieder „spielend“ geschafft. Unten angekommen, zitterten meine Beine. Ich brauchte dringend eine Pause.  Ein Blick zur Uhr zeigte, dass wir uns auf den Weg machen mussten, wollten wir den Bus erreichen, für einen Rück-Spaziergang hatten wir nämlich keine Lust mehr. Am Fort Gerhard legten wir eine kurze Pause ein und trauten unseren Augen kaum. Ein Taxi hielt vor dem Fort und eine Familie stieg aus. Ich fragte den Taxifahrer sofort, ob er frei sei. Keine 30 Minuten später stiegen wir vor der Fähre aus dem Taxi aus.  Meine Beine hatten sich am nächsten Tag wieder erholt, sodass wir unsere geplante Fahrradtour antreten konnten. Mit dem Zug wollten wir nach Misdroy und dann mit dem Fahrrad über den Europaradweg R10 wieder zurück nach Swinemünde. Der Zug kam pünktlich und war bereits ziemlich voll. Es gelang uns aber, die Fahrräder irgendwie noch mitzunehmen und bald waren wir in Misdroy.  Unser Weg führte uns direkt zur Seebrücke. Es war sonnig, warm und windig. Die Wellen waren entsprechend hoch, die reichlich vorhandenen Wasserfreunde am Strand erfreuten sich daran.   Bevor wir uns auf den Rückweg machten, mussten wir uns noch stärken. Dorsch mit Bratkartoffeln gab es, ja es war wirklich mehr Fisch als Kartoffel. Gut gelaunt mit vollem Magen schwangen wir uns auf die Räder und befuhren den Radweg in Richtung Swinemünde. Kurze Zeit später hatten wir Misdroy verlassen und fuhren nun durch den Nationalpark. Der Radweg ging zuerst in einen festen Waldweg über, anschließend in einen lockeren Waldweg, dann in einen lockeren Waldweg mit Sandeinlagen, und des Öfteren auch in einen Sandweg, der zum Schieben des Rads förmlich einlud. Fahrrad fahren konnte man auf diesem Un-tergrund nämlich nicht mehr, es war aber immer noch der ausgeschilderte Radweg! Aus der gemütlichen Fahrrad-Tour wurde so eine Fahrrad-Tortur. Ziemlich geschafft erreichten wir irgendwann die Ausläufer von Swinemünde, die Fahrt auf den Straßen bis zum Hafen war die reinste Erholung.  Die weitere Zeit in Swinemünde verbrachten wir dann ruhiger. Es gab keine weiten Radtouren und auch keine „kleine“ Spaziergänge mehr, dafür viel faulenzen. Eine willkommene Unterbrechung war die Ankunft des russischen Segelschulschiffs Kruzenshtern (1926 im heutigen Bremerhaven als Padua vom Stapel gelassen). Es ist eine Viermaststahlbark, heute benannt nach dem Admiral Adam Johann von Krusenstern. Der Heimathafen des Windjammers ist Kaliningrad. Festgemacht hatte die Kruzenshtern ganz in der Nähe und eine Besichtigung - auch an Bord - war möglich.  So langsam wurde es Zeit für unsere Weiterreise. Der Wetterbericht sagte für den nächsten Tag wenig Wind und den auch noch aus der guten Richtung an, ideale Bedingungen für die Weiterfahrt. Regen war weiterhin nicht in Sicht, dafür Sonne pur.  Morgens wurde ich früh wach und sah aus dem Fenster. Was ich sah war nichts. Wir hatten einen dicken Nebel, an Weiterfahrt war gar nicht zu denken. Die Wetterfrösche prophezeiten zwar ein Auflösen des Nebels in spätestens zwei Stunden, doch ich war skeptisch. Nach zwei Stunden merkte man, dass es etwas besser wurde. Nach drei Stunden konnte man wenigstens 150m weit sehen. Da die Wetterfrösche immer noch meinten, dass der Nebel sich auflöst und es südlich angeblich bedeutend besser sei, beschlossen wir zu fahren. zurück zurück