Świnoujście (Swinemünde) - Gravelotte 

HoKo on Tour 2018 
zurück zurück Bei leidlicher Sicht verließen wir die Marina in Swinemünde und fuhren die Kaiserfahrt südlich in Richtung Stettiner Haff. Je näher wir dem Haff kamen, desto besser wurde die Sicht. Als wir dann das Haff erreichten, war der Nebel wirklich vorbei, es herrschte nun sonniges Wetter mit wenig Wind.  Nur 3,5 Stunden nachdem wir Swinemünde verlassen hatten, erreichten wir bereits die Einfahrt nach Ueckermünde. An der Lagunenstadt vorbei, einer Ferienanlage mit angeschlossener Marina, fuhren wir bis zum Stadthafen Ueckermünde. Kurz vor der Hubbrücke fanden wir einen Liegeplatz. Der Brückenwärter ist hier auch gleichzeitig der Hafenmeister, kurz nach der abendlichen Brückenöffnung kam er zu uns und wir entrichteten den Obolus für die geplanten Übernachtungen.  Zu Fuß erkundeten wir die nähere Umgebung unseres Liegeplatzes, der am Rande der Altstadt lag. Neben den üblichen Geschäften entdeckten wir eine Verkaufsstelle der Fischereigenossenschaft Haffküste, wo wir fangfrischen Fisch kaufen konnten. Auf Ausflüge in die weitere Umgebung verzichteten wir besser, da Gisela Probleme mit der Verdauung hatte (in den warmen Urlaubsländern spricht man meistens von “Montezumas Rache“).  Die Altstadt machte einen sehenswerten Eindruck, sodass wir uns zu einer Stadtführung durch die historische Altstadt entschlossen. Wir erfuhren dabei viel Interessantes über die Stadt mit ihren Kirchen, Plätzen und dem Schloss, in dem heute ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht ist. Hier konnten wir auch den Trauungssaal des Standesamtes besichtigen. Schmunzeln musste ich, als ich hörte, dass dies das ehemalige Verließ des Schlosses war.  Nach 3 Tagen verließen wir Ueckermünde. Bevor wir zur Ostsee fuhren, wollten wir erst der Peene einen Besuch abstatten. Wie wir von den Erzählungen alter Bootsfreunde wussten, soll der „Amazonas des Nordens“ ein Muss für jeden Naturliebhaber sein. Wir hatten uns deshalb vorgenommen, die Peene bis zum Kummerower See mit unserem Besuch zu beglücken.  Das Haff war bei Sonne und wenig Wind schnell überwunden und die Einfahrt in die Peene lag vor uns. Unsere Liegeplätze für die Nacht waren beim Motosportclub Anklam bereits reserviert, dieser liegt direkt hinter der Bahnbrücke in Anklam. Wegen der geringen Durchfahrtshöhe bei der Brücke mussten wir auf die Brückenöffnungszeitem achten, diese waren uns jedoch bekannt. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass wir noch reichlich Zeit bis zur nächsten Brückenöffnung hatten.  Das Wetter war herrlich, die Sonne brannte vom Himmel mit geschätzten 25 Grad, Zeit hatten wir auch noch, was lag also näher, als erst einmal eine Badepause einzulegen. In der Nähe der Peenemündung fanden wir einen schönen Ankerplatz im Peenestrom. Kurz darauf genossen wir das fast paradiesisch zu nennende Wasser. Die Abkühlung tat richtig gut, erst im Wasser merkte man, wie warm es wirklich war.  Rechtzeitig beendeten wir die Badepause und fuhren in die Peene ein, die Eisenbahnbrücke in Anklam erreichten wir ca. 15 Minuten vor der geplanten Brückenöffnung. Nun geschah etwas, was ich noch nie erlebt hatte: die Brücke wurde vorzeitig geöffnet! Kurze Zeit später war die Brücke passiert und wir liefen in den Hafen des Motorsportclubs ein.  Spät nachmittags gingen wir dann noch in die Stadt, ich hatte Heißhunger auf ein leckeres Eis. An der Nikolaikirche vorbei, hier gab es eine Ausstellung über Otto Lilienthal, dem wohl bekanntesten Sohn der Stadt, kamen wir zum Marktplatz mit dem Rathaus. Es war erst kurz nach 18:00 Uhr, aber der Marktplatz war wie ausgestorben. Die meisten Geschäfte hatten auch bereits geschlossen. Es gab eine Eisdiele, die hatte aber auch bereits zu. Anklamer, was macht ihr nach 18:00 Uhr?  Den nächsten Tag nutzten wir, um unsere Vorräte aufzufüllen. Abends grillten wir auf dem Gelände unserer Gastgeber.  Auf unserer weiteren Fahrt Peene aufwärts mussten wir noch zwei Brücken nehmen, die wir nur in geöffnetem Zustand passieren konnten. Die festen Öffnungszeiten der Brücken haben somit den weiteren Ablauf mitbestimmt, da noch mindestens eine Übernachtung vor dem Kummerower See notwendig war. Direkt vor der Brücke in Loitz war ein Hafen. Er bot sich für eine Übernachtung förmlich an, wir nahmen das Angebot dankend an.  Nach einer ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück verließen wir 10 Minuten vor der geplanten Brückenöffnung den Hafen und zeigten dem Brückenwärter so an, dass wir die Brücke passieren möchten. Es lief alles wie am Schnürchen. Pünktlich wurde die Brücke geöffnet und wir waren auf dem Weg zur letzten Brücke in Demmin. Diese erreichten wir 20 Minuten vor der Öffnung. Wir mussten nun entscheiden, ob wir hier übernachten oder bis zum See weiter fahren. Es war noch relativ früh und es war ziemlich schwül. Wir entschlossen uns deshalb, bis zum See zu fahren und dort noch ins Wasser zu hüpfen.  Die Strecke bis zum See hatten wir dann doch unterschätzt. Die Fahrt dauerte länger als gedacht und das Wetter wurde viel schlechter. Es wurde immer windiger und graue Wolken zogen auf. Kurz vor dem See, am Wasserwanderrastplatz Aalbude, wollten wir deshalb die Fahrt für heute abbrechen und einen Liegeplatz aufsuchen. Aber Pech gehabt, es gab keine freien Plätze mehr an der Aalbude. Es blieb also nur noch die Weiterfahrt zum See. Allerdings verzichteten wir auf die Badepause und steuerten direkt den Hafen Gravelotte an. Der Wind wurde noch kräftiger und erzeugte entsprechende Wellen.  Der Hafen war durch eine Mole gut geschützt, Wellen waren hier also kein Problem, wohl aber der starke Wind. Einen freien Liegeplatz für ein Boot unserer Größe zu finden, schafften wir auch noch und kurze Zeit später lagen wir sicher an einem Anleger. Es war nun richtig dunkel, obwohl es erst Nachmittag war. Ein Grummeln war zu hören und dann goss es auch schon wie aus Kübeln. Das Glück war uns wieder hold geblieben, wir lagen sicher im Hafen während ein schweres Hitzegewitter über uns herein brach. zurück zurück