Neuendorf - Stralsund 

HoKo on Tour 2018 
zurück zurück Nachmittags haben wir dann beim Hafenmeister (ein Sachse war hier Hafenmeister!) das Liegegeld bezahlt. Trotz der gehobenen Gebühr und der Kurtaxe, ja auch die Bootsfahrer müssen hier diese Raubritter-Abgabe zahlen, war nur Barzahlung möglich. Unser Bargeld reichte nur noch 12 Tage Liegegebühr, wir mussten uns dringend wieder mit Bargeld versorgen.  Insgesamt sind wir 26 Tage in Neuendorf bei fast traumhaftem Wetter geblieben. Regen war die absolute Ausnahme, einen richtigen Regentag hatten wir überhaupt nicht. Dafür war der Wind unser täglicher Begleiter, von leichter Brise bis starkem Wind war alles vorhanden. Die Sonne meinte es meistens gut mit uns. Es gab Sonne pur oder Sonne-Wolken-Mix mit Wohlfühltemperaturen und die heißen Tage waren durch den Wind erträglich.  Wir sind in diesen Tagen viel mit den Fahrrädern unterwegs gewesen. Das häufigste Ziel war Vitte (Lebensmittel, Bargeld, frischen Fisch, Sonnenschirm, …). Sehenswürdigkeiten gab es hier nicht, dafür aber viele Urlauber. Kloster hat uns dagegen besser gefallen. Am schönsten waren jedoch die Touren bis zum Leuchtturm Dornbusch ganz im Norden der Insel und zum kleinen Leuchtturm, südlich von Neuendorf.  Auf dem Weg nach Kloster kommt man am Nationalparkhaus vorbei. Wir haben mal angehalten und uns ein bisschen umgesehen. Wer hier nicht anhält, verpasst nichts!  Zum Leuchtturm Dornbusch führt ein Weg aus einzelnen Beton-Platten an landwirtschaftlich genutzten Feldern entlang. Mit dem Fahrrad nicht gerade angenehm zu fahren, da jeder Plattenwechsel im Rücken zu spüren ist. Die letzten Meter zum Leuchtturm muss man zu Fuß zurücklegen, da es hier einen Hügel hoch geht. Die Aussicht von dort oben entschädigt für die Strapazen des „Aufstiegs“. Auf der Rücktour haben wir in Grieben in der alten Gaststätte „Zum Enddorn“ eine Pause eingelegt. Die Fischsuppe und die Bratkartoffeln waren sehr empfehlenswert.  Der kleine Leuchtturm kann von Neuendorf aus zu Fuß erwandert werden. Wir haben jedoch auch hier das Fahrrad bevorzugt. Direkt hinter dem Hafen haben wir die Straße nach Vitte verlassen und sind auf einem Feldweg nach Süden abgebogen. Der Weg war befestigt und gut zu befahren. Es dauerte aber nicht lange und der Weg wurde immer sandiger und mit dem Rad immer anstrengender. Schließlich mussten wir doch absteigen und haben die Fahrräder geschoben. Die Aussicht war zwar nicht mit der vom Dornbusch-Leuchtturm vergleichbar, dafür war die Insel hier zu flach. Aber der Strand, direkt am Leuchtturm war feinsandiger und flach abfallend, sehr schön.  Den kleinen Leuchtturm haben wir bei stärkerem Wind auch im Rahmen einer Strandwanderung aufgesucht. Der feine Sand war deutlich im Gesicht zu spüren. Wir waren uns nicht ganz einig, ob dies nun ein Peeling war oder ob wir bereits Sand gestrahlt wurden. Im Hafen haben wir dann geduscht und die Sand-Salz-Mischung von unserer Haut abgewaschen.  Fast täglich waren wir am Strand. Manchmal auch nur zum Baden und dann sofort wieder zurück zum Hafen. Häufig sind wir bereits vor dem Frühstück zum Strand gefahren, kurz ins Wasser gehüpft und anschließend zurück frühstücken. Es war einfach Urlaub pur.  Auch die Kultur durfte nicht zu kurz kommen. Die Seebühne in Vitte führte ein Ein-Personen-Stück auf: „Der Sturm, frei nach William Shakespeare“. Die Seebühne ist nicht viel größer als eine Doppelgarage. Einfache Holzstühle, schön eng gestellt, den Darsteller hautnah vor Augen, den Sitznachbar immer auf Tuchfühlung, die Klimaanlage nicht vorhanden, aber Dank des Schauspielers ein gelungener Abend. Mit dem Fahrrad ging es dann zurück nach Neuendorf. Gisela fing an zu frieren und trat deswegen richtig in die Pedale. Im Hafen angekommen wollte ich meinen Augen nicht trauen: Wir hatten einen Schnitt von 22Km/h geschafft, neuer Rekord für Gisela.  Besuch bekamen wir in Neuendorf auch, sowohl geplanten als auch ungeplanten. Als ich mal wieder beim Deckreinigen war, erkannte ich am Ufer einen ehemaligen Arbeitskollegen (um ehrlich zu sein, er hat mich zuerst erkannt). Für mich war dies eine angenehme Unterbrechung. Wir klönten einige Zeit über die „alten Zeiten“, Themen waren also die Firma und die Kollegen. Ein überraschender Besuch,  über den ich mich sehr gefreut habe.  Geplant war dagegen der Besuch von Daniel und Nicole. Ursprünglich wollten wir uns schon früher treffen, aber die Arbeit der Kinder hatte uns einen Strich durch unsere Rechnung gemacht. Dies war auch der Grund, weswegen wir solange in Neuendorf waren. Nun hatte es aber doch noch geklappt. Wir genossen den Tag und am nächsten Tag beendeten wir unsere Stippvisite in Neuendorf. Wir verabschiedeten uns auch von unseren Bootsfreunden, die ihre Reise mit der Fahrt nach Barth fortsetzten. Wir dagegen brachten die Kinder mit dem Boot nach Stralsund zurück, wo sie ihr Auto im Parkhaus stehen hatten.   Für Nicht-Kundige einige Informationen: •	Hiddensee ist eine autofreie Insel, lediglich Post- und Versorgungsautos haben wir gesehen (Elektroautos!). Die Anzahl Radfahrer ist immens, fast jeder Urlauber hat ein Leihfahrrad. Fahrradvermietungen gibt es reichlich, zum Teil mit Vielfahrerrabatt ab dem 2. (in Worten: zweiten) Tag. •	Von Neuendorf (im Süden) nach Vitte (Hauptort der Insel) und Kloster (im Norden) gibt es genau eine Straße. •	In Neuendorf gibt es keine weitere Straßen, nur noch Feldwege. Da es keine Straßen gibt, sieht man auch keine Straßenschilder. Die Häuser haben entweder einen Namen oder eine Nummer. Die einzelnen Häuser in Neuendorf haben auch keine Gartenzäune. Die Grundstücksgrenzen erkennt man eventuell daran, dass das Gras entsprechend gemäht ist. •	In Neuendorf gibt es nur einen kleinen Tante-Emma-Laden (und wenn ich hier klein schreibe, dann meine ich wirklich klein!). Es ist aber erstaunlich, was man dort alles kaufen kann. •	Vitte und Kloster haben je einen Edeka-Markt, beide sind gut sortiert. Die Preisgestaltung zeigt, dass man auf einer Insel ohne Alternativen ist. Der „Insel-Zuschlag“ war manchmal unverschämt. •	In Vitte gibt es eine Sparkasse für die Bargeldversorgung der Urlauber. Als Nicht-Sparkassenkunde ist eine Abhebung auf maximal 200 EUR beschränkt. Zumindest in Vitte kann man bei einem Edeka-Einkauf auch Bargeld abheben. •	Es kommen sehr viele Tagesgäste mit der Fähre nach Hiddensee, auch diese müssen Kurtaxe zahlen. Man hat hier ein ganz einfaches, aber effektives Mittel eingeführt, dass auch wirklich jeder Tagesgast diesen Obolus bezahlt. Die Kurtaxe muss beim Kauf der Fahrkarte direkt mitbezahlt werden, ohne Kurtaxe keine Fahrkarte! •	Alle Urlauber kommen zusammen mit den Tagesgästen mit der Fähre. An den Fährhäfen (Neuendorf, Vitte und Kloster) haben die Vermieter Handwagen abgestellt. Auf diese Handwagen können die Urlauber ihr Gepäck verladen und dann zu Fuß ihre Ferienwohnung aufsuchen. •	Wenn die Fähren anlegen, warten in Vitte und Kloster schon Pferdekutschen auf ihre Gäste, etwa so wie Taxen am Flughafen. Die Pferdekutschen sind also die Alternative zum Fußmarsch.   Weitere heitere Anmerkungen: •	Wir haben gelernt, dass man die Windrichtung auf Hiddensee einfach bestimmen kann. Man gehe einfach am Strand ins Wasser (es reicht auch, nur mit den Füßen ins Wasser zu gehen). Ist das Wasser warm, herrscht Ostwind. Ist das Wasser kalt, hat man Westwind (dann strömt kaltes Tiefenwasser in  Richtung Strand). Achtung: Gilt nur für den Sommer, im Winter ist das Wasser immer kalt, egal woher der Wind weht. •	Sind Quallen im Hafen (Ostküste von Hiddensee) ist Ostwind, sind Quallen am Strand, herrscht Westwind. Das heißt aber nicht, dass bei jedem Westwind Quallen zu finden sind. Die meiste Zeit war quallenfrei. •	Sind die Wellen hoch, ist Westwind. Sieht man keine Wellen, ist Ostwind oder Flaute. •	Dank des Windes merkt man nicht, wie stark die Sonne wirklich ist. Dafür merkt man den  Sonnenbrand aber ganz gewiss (eigene Erfahrung). Wir haben schnell einen Sonnenschirm gekauft und später auch noch einen Windschutz. Sonnenschirm und Windschutz sind quasi die notwendige Grundausrüstung für einen Strandbesuch auf der Insel. zurück zurück