Stralsund - Krummin 

HoKo on Tour 2018 
zurück zurück Die Fahrt von Hiddensee nach Stralsund verlief bei freundlichem Wetter sehr ruhig. Den Yachthafen in Stralsund erreichten wir gegen 13:00 Uhr und kurz darauf lagen wir längsseits am ersten Anleger. Den ersten Anleger hatte ich gewählt, weil ich nicht wieder das Fernseh-Erlebnis mit dem schwarzen Bildschirm haben wollte.  Wir machten mit Daniel und Nicole einen kurzen Spaziergang durch den Hafen, aßen noch gemeinsam und verabschiedeten anschließend die Kinder. Den Rest des Tages haben wir dann die Füße hochgelegt, weil wir doch ein bisschen müde waren. Der gestrige Tag mit den Kindern, besser gesagt der Abend, war doch länger geworden.  Nach fast 4 Wochen Hiddensee waren unsere Vorräte aufgebraucht. Wir nutzten deshalb das vielfältige Angebot in Stralsund, um uns wieder mit allem Notwendigen zu versorgen. Heute war also Großeinkaufstag. Zuerst gingen wir zum Edeka in die Altstadt. Der Einkaufswagen war reichlich gefüllt und unsere Taschen reichten gerade aus, um alles ordentlich transportieren zu können. Wieder am Boot hatte ich das Gefühl, dass meine Arme länger geworden waren, was aber natürlich nicht der Fall war. Ich weiß jetzt aber, wie sich ein Packesel fühlen muss.  Die Taschen waren schnell ausgepackt und alles gut verstaut. Stauraum im Boot war weiterhin  reichlich vorhanden. Der Einkaufszettel war aber auch nicht abgearbeitet, Gisela wollte noch ein paar Kleinigkeiten bei Aldi holen. Nach einer kurzen Pause machten wir uns so mit leeren Taschen auf den Weg. Die 30 Minuten Fußweg waren kein Problem, wir waren doch fit.  Bei Aldi habe ich dann gelernt, dass Gisela mit Kleinigkeiten die Packungsgrößen meinte, nicht jedoch die Mengen. Auf jeden Fall war nach kurzer Zeit auch hier der Einkaufswagen voll mit „Kleinigkeiten“. Wir hatten so viel eingekauft, dass wir das alles nicht bis zum Boot tragen konnten (und ich auch nicht tragen wollte). Hier ging nun ein alter Traum von mir in Erfüllung. Ich wollte immer schon einmal mit dem Taxi bei Aldi einkaufen, zumindest die Heimfahrt ist hier in Erfüllung gegangen. Für den Taxifahrer war dies nicht ungewöhnlich, er hatte dies schon öfter gemacht.  Nach solch einem anstrengenden Tag hatte Gisela verständlicherweise keine Lust mehr, sich um  das Abendessen zu kümmern. Wir sind deshalb zum Essen noch einmal in die Altstadt gegangen und haben uns bei dieser Gelegenheit auch noch mit Bargeld versorgt. Hier bekam man wenigstens mehr als 200 EUR am Geldautomat.  Die tägliche Pflichtrecherche des Wetters ergab für den kommenden Tag ein ideales Fahrwetter für den Greifswalder Bodden. Es sollte warm werden und lediglich Wind mit einer Stärke von 1 Beaufort. Bei dieser Flaute war es egal woher der Wind wehte, mit einer nennenswerten Welle waren nicht zu rechnen.  Wie prophezeit, so kam es auch: Sonne, kaum Wind und nur wenig Wolken begrüßten uns am Morgen. Wir verließen Stralsund bereits um 7:30 Uhr und erreichten nach einer Stunde den Greifswalder Bodden. Es wurde immer schwüler,  Wind war gar nicht mehr vorhanden, absolute Flaute. Wellen gab es demzufolge auch nicht. In einer gänzlich unspektakulären  Fahrt querten wir den Bodden und fuhren in den Peenestrom nach Karlshagen.  Karlshagen hatte dann eine Überraschung für uns bereit. Es gab zwar noch einige freie Boxen, diese waren aber alle zu schmal für uns. An den Stegen war die Breite der Boxen vermerkt, die maximale Breite war 3,70m. Unser Boot ist aber 3,80m breit. Das waren ganz schlechte Karten für uns.  An der Kaimauer zwischen einem Fischerboot und einem zum Ausflugs-Fischerboot (ein ehemaliger Fischer, der sein Boot nur noch für Fahrten mit Touristen nutzt) fanden wir noch einen Platz. Wie wir später hörten, gibt es in Karlshagen keine aktiven Fischer mehr. Den Rest des Tages haben wir dann in Ruhe an Bord verbracht, bevor wir den Grill anwarfen und den Abend mit Rippchen und Störtebecker Weizen (alkoholfrei!) ausklingen ließen.  Wir blieben eine ganze Woche in Karlshagen. An größeren Radtouren war bei mehr als 30 Grad nicht zu denken, wir beschränkten uns deshalb auf kleine Spaziergänge in der Nähe des Hafens. Lediglich bis zum Strand sind wir regelmäßig mit dem Fahrrad gefahren. Ein feinsandiger, breiter Strand lud zum Faulenzen ein. Der Gang in die Ostsee war aber keine Abkühlung mehr, dazu war das Wasser mittlerweile viel zu warm.  Für das Abendessen war ich hier öfter verantwortlich, das heißt es wurde gegrillt. Frischer Fisch, hier im Hafen gekauft, und Gemüse (Kohlrabi, Paprika, Möhren) landeten öfter auf dem Rost. Beides schmeckte uns sehr gut.  Unsere Bootsfreunde, die einen Abstecher nach Barth gemacht hatten, waren zwischenzeitlich auch auf Usedom angekommen. Sie hatten im Hafen von Zinnowitz, also im Achterwasser, festgemacht. An der Zinnowitzer Promenade haben wir zusammen gegessen und unsere weitere Pläne ausgetauscht. Wolfgang und Karin planten, eine längere Zeit in Zinnowitz zu verbringen. Wir aber wollten noch einmal einen Abstecher nach Swinemünde machen.  Im Hafen Karlshagen liegt der Ausflugsdampfer MS Astor, der Fahrten zu den Robbenbänken im Greifswalder Bodden anbietet. Wir hatten diese Bänke nicht selbst angefahren, da sie nicht auf unserer Route lagen. Robben live zu sehen, ist für uns Binnenländer ja außergewöhnlich, die Chance mussten wir ergreifen. Kurzerhand sind wir, zusammen mit Wolfgang und Karin, bei einer Robbentour mitgefahren. Das Wetter war leider nicht ganz ideal, da eine kleine Welle vorlag. Zwar haben wir auf der MS Astor davon kaum etwas gemerkt, aber die Sandbank mit den Robben wurde von den Wellen überspült. Das einzige was wir sehen konnten, waren einige Robbenschnauzen im Wasser. Wir hatten doch bei diesem Ausflug etwas mehr erwartet.  Am Folgetag verließen wir Karlshagen mit Kurs Wolgast. Hier hatten wir bei einem Ausrüster eine Seekarte für die Oder und den Oder-Havel-Kanal bestellt. Zwar hatte ich ganz aktuelle, elektronische Karten jedoch keine Papierkarten von diesem Gebiet. Gisela aber möchte immer  aktuelle Papierkarten haben. Sie braucht halt immer noch das Papier in den Händen, wogegen mir der Bildschirm bzw. der Plotter ausreicht.  Der Zwischenstopp in Wolgast dauerte nur 15 Minuten und wir waren schon wieder unterwegs. Unser Ziel war nun Krummin im Achterwasser. Der Naturhafen Krummin bezeichnet sich selbst als „Usedoms erste 4-Sterne-Marina“. Wir waren gespannt, womit hier die Kategorie 4-Sterne verdient wird.  Um die Mittagszeiten liefen wir in die Marina ein und fanden auch schnell eine freie Box. Wir fuhren vorwärts in die Box, auch wenn wir dann nur über die Bugleiter das Boot verlassen konnten. Dafür konnten wir hier aber jederzeit von unserer Terrasse direkt ins Wasser hüpfen, das war schon mal prima (aber keinen Stern wert). zurück zurück