Świnoujście (Swinemünde) - Oderberg 

HoKo on Tour 2018 
zurück zurück Nach 12 Tagen wurde es Zeit für einen Ortswechsel. Die Wettervorhersage passte mal wieder ausgezeichnet für eine Haff-Überquerung: südlicher Wind mit 2 Bft und Wellen mit 10-20cm. Das verhieß eine ganz entspannte Fahrt.  So kam es auch. Wir legten morgens um 9:00 Uhr ab und waren um 12:30 in Ziegenort. Zuerst liefen wir die Tankstelle an und tankten noch einmal Polen-Schiffsdiesel.  150 Liter und der Tank war wieder bis zur Hälfte gefüllt und Gisela wieder beruhigt.  An der Kaimauer fanden wir noch ein ruhiges Plätzchen, geschützt gegen Wind und Wellen aus Richtung Haff.  In der Nacht schliefen wir gut, es war wirklich sehr ruhig gewesen. Wir frühstückten auf unserer Terrasse und anschließend musste ich das Boot sauber machen. Keine fünf Meter von uns entfernt stand eine Laterne, die während der ganzen Nacht leuchtete. Das Ergebnis waren Hunderte wenn nicht sogar Tausende Leichen auf dem Boot. Ich weiß nicht, welche Spezies sich auf unserem Boot verabschiedet hatte, aber es waren definitiv keine Mücken.  Bei Sonne und Windstille fuhren wir am folgenden Tag nach Stettin. Hierbei konnte wir  deutlich merken, dass die Oder doch eine kräftige Strömung hat. In Stettin angekommen, legten wir erneut im Hafen neben der City an.  Unser Spaziergang in die Altstadt führte uns zum Stadttor-Café. Von unserem ersten Besuch hier wussten wir, dass es in diesem Café ein exzellentes Schokoladenangebot gibt. Diesmal probierten wir Johannisbeeren-Sorbet bzw. Himbeer-Sorbet. Unsere Erwartungen waren hoch, wir wurden nicht enttäuscht.   Wir schauten uns auch noch die Brücke mit den zwei Höhenangaben (3,40 und 3,70m) genauer an. Es war eine Bogenbrücke und die Höhenangaben kann man derart interpretieren, dass über die volle, schiffbare Breite eine Höhe von 3,40m gegeben ist. In der Mitte dagegen liegt eine Höhe von 3,70m an. Diese Höhe fällt dann zu den Seiten bis auf 3,40m ab. Aufgrund der relativ kleinen Breite unseres Schiffes ist deshalb die Brückenhöhe für uns ausreichend. Beruhigt nahmen wir deshalb am folgenden Tag unsere Weiterfahrt in Angriff.  Die Brücke war schnell passiert und gemächlich fuhren wir die Westoder stromaufwärts bis wir Gartz erreichten. Wir waren jetzt wieder in Deutschland. Da es leicht zu regnen anfing, beschlossen wir, die Fahrt hier zu unterbrechen und die Nacht an der Kaimauer zu verbringen. Der Regen hörte schon bald wieder auf und wir konnten uns die Beine vertreten. Bereits bei der Ankunft hatten wir auffallend viele Radfahrer gesehen, die (halb-) professionell angezogen waren und in Pulks fuhren. Es waren Radwanderer, die auf dem Oder-Neisse-Radweg gen Stettin fuhren. Viele machten hier Pause und erfrischten sich in der Eisdiele bzw. stärkten sich beim Imbiss. Die Eisdiele werde ich auch nicht mehr vergessen. Kauft man hier ein Eis im (Papp-) Becher, muss man für den Becher extra 10 Cent berappen. Dies ist auch das einzig Bemerkenswerte an Gartz, den Ort kann man ansonsten getrost links liegen lassen.  Von Gartz aus ging es erneut zum PCK Schwedt. Den Verein hatten wir ja bereits bei der Hinfahrt kennen gelernt und wussten deshalb, dass es ein guter Stützpunkt für Radtouren durch den Nationalpark war. Eine Woche blieben wir beim PCK. Das Wetter in dieser Zeit: bis auf einen Regentag (der erste richtige Regentag seit unserem Start in Berlin!) immer warm bis heiß, eine Nacht mit Gewitter und Starkregen.  Eine Radtour führte uns zum Nationalparkhaus in Criewen mit einer interessanten Ausstellung zum Nationalpark. Neben dem Haus steht das Schloss Criewen mit dem Lenne-Park und der Dorfkirche, ein schöner Platz für Spaziergänge.  Die Tour zur Schleuse der Schwedter Querfahrt, bis zur Oder, an der Oder entlang bis zur Schwedter Brücke und zurück zum Hafen war eine Fahrt durch pure Natur.  Das Highlight war aber die Fahrt zum Essen nach Krajnik Dolny. Genauer, das was danach kam. Das Essen war gut und reichlich, wir mussten unbedingt was für unsere Verdauung tun. Verdauungsschläfchen war leider nicht möglich, also Bewegung, in diesem Fall also Rad fahren. In Google Maps fanden wir eine Möglichkeit zu einer Rundfahrt, geschätzte Länge etwa 15 Km, unterwegs war sogar noch ein Kaffee verzeichnet. Die ersten Kilometer fuhren wir auf der Straße, wobei es stellenweise doch reichlich steil bergauf ging. Dem E-Bike sei Dank, schafften wir es. Dann führte der Weg rechts ab in Richtung Oder und kurz später waren wir im Odertal. Wir waren jetzt im „Tal der Liebe“. (Warum “Tal der Liebe“ möge der Leser bitte selber googeln). Ein Hinweisschild machte uns auf „Beata“ aufmerksam, es war dies das in Maps vermerkte Kaffee. Wir schoben die Räder die Einfahrt hoch und fanden noch einen Platz auf der gut besuchten Terrasse. Die Aussicht über die Oder war von hier oben traumhaft. In der Ferne konnten wir Schwedt mit der Brücke sehen, dort mussten wir wieder hin. Beata – so hieß auch die Besitzerin – servierte uns einen leckeren Kaffee und so zog sich diese kleine Pause etwas hin. Weiter ging die Fahrt dann immer entlang der Oder bis wir wieder in Krajnik Dolny waren. Bis zum Hafen war es nicht mehr weit.  Die Woche in Schwedt verging wie im Flug und wir machten uns auf den Weg nach Oderberg. Auf dem Weg zur Schleuse Hohensaaten begegneten uns zwei Hotelschiffe und mehrere Güterschiffe. So viel Gegenverkehr hatten wir schon seit Wochen nicht mehr. Vor der Schleuse mussten wir 20 Minuten warten. Ein Güterschiff kam von hinten und konnte natürlich vor uns einfahren. Wir durften dann ebenfalls in die Schleusenkammer einfahren und wurden mit dem Güterschiff geschleust. Zur Marina Oderberg waren es nur noch 6 Km.  Die Marina war ziemlich leer und schnell hatten wir einen Liegeplatz längsseits am Steg. Beim Hafenmeister zahlten wir die Liegegebühren und nahmen dabei das Angebot „Brötchenservice“ gerne an. So gab es in den kommenden 3 Tagen jeden Morgen frische Brötchen vom Bäcker.  Am nächsten Tag führte uns die Radtour zuerst zum Polenmarkt Hohenwutzen (obwohl in Polen wird hier seltsamerweise die deutsche Ortschaft genannt). Der Weg dorthin wechselte über Asphalt, Kopfsteinpflaster, befestigter Feldweg über Schlagloch-Feldweg wieder zum Asphalt in Hohenwutzen. Zum Teil war es ziemlich beschwerlich, sodass wir uns für den Rückweg eine andere Route vornahmen.  Der Polenmarkt selbst war gut besucht, Sprachprobleme gab es keine, hier schien deutsch die Amtssprache zu sein. An den angrenzenden Parkplätzen waren fast nur deutsche Kennzeichen zu sehen, insbesondere häufig Berliner Kennzeichen. Einen „Polenmarkt“ hatten wir ja bereits in Swinemünde besucht, Hohenwutzen war jedoch viel größer. Im Grunde fing der Markt bereits direkt hinter der Oderbrücke an. Zuerst kamen mehrere Dentisten (also Zahnärzte inklusive Zahnlabore), anschließend die Frisöre. So kann man sich also die Spritze abholen, und bis sie wirkt, mal eben zum Frisör gehen. Auch nicht schlecht.  Tankstellen gab es auch mehrere, alle waren gut besucht. Das war aber bei den Preisen nicht verwunderlich, denn für Diesel bezahlte man ca. 20 Cent pro Liter weniger als in Deutschland. Dann kam der eigentliche Markt. Wer Flohmärkte mag, wird sich hier vielleicht wohlfühlen. Die angegebenen Preise waren fast alle verhandelbar, feilschen scheint hier Pflicht zu sein. Statt „Polenmarkt“ könnte man diese Verkaufsoasen auch „orientalischer Bazar“ nennen.  Wir kauften nichts, obwohl wir ein paar Sachen gesehen hatten, die unser Interesse geweckt haben. Gisela gefielen zum Beispiel geflochtene Körbe und Tabletts sehr gut. Wir waren aber mit den Rädern hier und hatten deswegen Transportprobleme.  Zurück zum Hafen fuhren wir die Oder entlang bis Hohensaaten. Der schmale Weg auf dem Deich reichte vollkommen zum Radfahren aus. Die Aussicht über das Odertal war grandios. Kurz hinter Hohensaaten kamen wir wieder auf die Straße, die wir morgens gefahren waren. Zumindest die Feldwege hatten wir auf der Rücktour umfahren. zurück zurück