Spakenburg - Lemmer 

HoKo on Tour 2019 
Der Tag endete mit einem sehr schönen Sonnenuntergang, den wir auf dem Deck richtig genießen konnten. Es war noch richtig angenehm warm. „Angenehm“ ist, wie wir jetzt sagen können, der richtige Ausdruck. Die nächsten Tagen wurden nämlich richtig heiß. Bis zu 40 Grad haben wir gemessen und selbst in den Nachtstunden waren es zum Teil noch über 20 Grad. Tropische Nächte nennen die Meteorologen so etwas. Dabei hatten wir noch Glück, wir konnten diese Hitze wenigstens am Wasser aussitzen.  Wir verbrachten die Hitze auf der Insel De Biezen im Wolderwijd, unweit der Stadt Harderwijk. An einem Steg hatten wir einen Liegeplatz und konnten dort jederzeit ins Wasser. Zusätzlich nutzten wir unsere Tauchpumpe wieder als Dusche. So ließ sich die Hitze einigermaßen ertragen.  Nach fünf Tagen an der grünen Kante war es mal wieder an der Zeit, eine Stadt aufzusuchen. Wir mussten nämlich unsere Essensvorräte mal wieder auffüllen. Der Kühlschrank war ziemlich leer und auch die Getränke gingen dem Ende zu. Wir machten uns auf dem Weg ins nahe Harderwijk.  Bei der Einfahrt zu den Liegeplätzen in der Binnenstad (kein Druckfehler, so heißt der Ortsteil) muss man auf die Fahrrinne achten, da es neben an schnell flach wird. Wir sahen schon die ersten, bereits belegten Liegeplätze, da kam plötzlich aus der Stadt ein großer Gleiter angerauscht. Er scherte sich nicht um den betonnten Weg, der hier fast eine 90-Grad-Biegung machte, sondern fuhr einfach weiter geradeaus. Ich konnte nur noch den Rückwärtsgang einlegen und noch Gas geben, damit wir möglichst schnell aufstoppten. Es war verdammt knapp, da hatten keine 10m mehr gefehlt und er wäre uns direkt in den Bug gefahren. Kurz darauf wurde der Gleiter abrupt langsamer. Ja, neben der Fahrrinne wurde es schnell flach und auch die Großen brauchen Wasser unter dem Kiel wenn sie schwimmen wollen.  Bei unserer Suche nach einem freien Platz war die Aufregung um die Fast-Havarie bald vergessen. Es war sehr voll und die wenigen Lücken waren alle zu klein für unser Schiff. Also wieder zurück aus der Binnenstad zum Jachthafen „De Knar“, dort gab es noch freie Plätze.   Harderwijk hatte sich seit unserem letzten Besuch vor drei Jahren sehr verändert. Der Bereich „Waterfront“, in dem auch der Hafen lag, wurde komplett neu aufgebaut bzw. wird immer noch erweitert. Zum Teil ist die Infrastruktur bereits zu erkennen, die Bebauung fehlt jedoch noch. Es werden hier noch viele Wohnungen entstehen und alle werden das Wasser direkt vor der Haustür haben. Das „alte“ Harderwijk erkannten wir dagegen sofort wieder. Hier hatte sich gar nichts verändert. Entlang des Boulevards quälten sich die Touristenströme, die Attraktion Dolfinarium ist nicht weit entfernt, aber nur 100m weiter, durch einen kleine Torbogen zum Vischmarkt (eine Straße) durch, war es ruhig. Hier konnten wir noch gemütlich sitzen, essen und trinken, die Atmosphäre war viel entspannter.  Mit frisch gebunkerten Lebensmitteln und Getränken setzten wir unsere Fahrt fort. Auf dem Weg nach Blokzijl wollten wir diesmal die Provinz Flevoland durchqueren. Von Harderwijk nach Harderhaven war es nur ein Katzensprung. Die dortige kleine, schmale Schleuse war unser Tor zum Flevoland. Das Schleusentor wurde für uns geöffnet und bald konnten wir 6m tiefer die Schleuse wieder verlassen. Die Kanäle im Flevoland waren alle schmal, was aber kein Problem war, denn es gab so gut wie keinen Schiffsverkehr. Selbst hier gab es ausgebaute Anlegemöglichkeiten (grüne Kante). Teilweise führte eine Straße parallel zum Kanal. War eine Tankstelle an der Straße, so gab es immer auch eine Anlegestelle für Boote und einen Fußweg zur Tankstelle. In Deutschland habe ich so ein Zusammenleben Auto/Boot noch nie erlebt.  Die Schleuse in Ketelhaven brachte uns ins Ketelmeer, welches wir durchquerten und in Schokkerhaven bereits wieder verließen. Nun ging es ein paar Kilometer immer nur geradeaus, ziemlich langweilig, ließ sich aber nicht umgehen. Über den Vollenhovenerkanal erreichten wir schließlich Blokzijl in der Provinz Overijssel. Der unter Denkmalschutz stehende Hafen in Blokzijl ist das Herz der kleinen Stadt, das ganze Leben spielt sich am Hafen ab. Rund um den Hafen stehen sehr schöne Kaufmannshäuser, die von der früheren wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt zeugen.   Nach drei Tagen verabschiedeten wir uns von Blokzijl, fuhren den Vollenhofenerkanal wieder etwas zurück und bogen kurz hinter Vollenhoven in die Zwolse Vaart ein. Jetzt waren wir wieder im Flevoland mit den schmalen Kanälen, parallel laufende Strassen und den Anlegemöglichkeiten bei den Tankstellen. Bei Emmeloord mussten wir in die Lemstervaart wechseln, um unser Ziel Lemmer am Ijsselmeer zu erreichen. Nach einer einsamen Fahrt kam die Friese Sluis in Lemmer in Sicht. Die Schleuse war bald passiert und wir hatten damit die Provinz Flevoland wieder verlassen und befanden uns nun in Friesland.  Mit der Ausfahrt aus der Friese Sluis befanden wir uns bereits auf dem Ijsselmeer. Wir fuhren aber vor der Mole direkt zur Lemster Sluis und gelangten so auf den Sylroede genannten Kanal durch die Innenstadt von Lemmer. Nun mussten wir uns durch den Kanal quälen. Einerseits mussten wir an den Hebebrücken zum Teil minutenlang warten, andererseits lagen die Boote hier in Zweier- manchmal auch in Dreier-Paketen an beiden Ufern. Die Fahrrinne war also manchmal erstaunlich schmal. Wir fanden im Jachthaven Lemmer Binnen noch einen Liegeplatz. An der Kante wollten wir nicht liegen, da war es uns viel zu hektisch.  Lemmer ist das Einfallstor der Segler ins Ijsselmeer, weil in Friesland fast alle Brücken beweglich sind und die Segler deshalb den Segelmast nicht legen müssen. So ist es z.B. möglich, von Emden/Deutschland bis zum Ijsselmeer mit stehendem Mast durch Friesland bis nach Lemmer zu fahren. Trotzdem sah man auf der Sylroede nur sehr wenig Segler liegen. Sie haben ihre Liegeplätze meistens Lemmers Ijsselmeer-Häfen und müssen somit nicht erst durch eine Schleuse, wenn sie auf dem Meer segeln wollen. zurück zurück Galerie Galerie zurück zurück Galerie Galerie