Lemmer - Sneek

HoKo on Tour 2019 
Der Abschied von Lemmer fiel uns leicht, für uns war diese kleine Stadt zu hektisch, einfach zu überlaufen. Wir wollten nun nach Makkum am nördlichen Ende des Ijsselmeeres, vorher jedoch noch einen Abstecher nach Workum (westfriesisch Warkum) machen.   Es war stark bewölkt und schwül warm, als wir im Hafen ablegten. Das Wetter wurde unterwegs viel besser. Die Sonne ließ sich sehen, es wurde angenehm warm. Schwül war es auch nicht mehr. Die Fahrt war ruhig, auf dem viel befahrenen Prinz Margrietkanal waren fast nur Sportboote unterwegs.  Das mit der ruhigen Fahrt änderte sich mit Erreichen von Heeg bzw. dem Heegermeer schlagartig. Dies war eine Urlaubergegend und das Wetter war gut. Das Ergebnis dieser Konstellation: sehr viele Menschen im/auf dem Wasser. Alles was schwimmen kann, war zu sehen: Schlauchboote, Surfbretter, Segelboote, große Yachten, kleine Sportboote, Stand-Up-Paddler… Ein weiteres Handicap war die relativ schmale Fahrrinne. Hier war größte Umsicht geboten. Ich war froh, als wir das Heegermeer geschafft hatten. In den folgenden Kanälen war es doch bedeutend entspannter.  Kurz vor Workum war dann eine bewegliche Eisenbahnbrücke zu meistern. Wegen der festen Fahrpläne kann solch eine Brücke natürlich nicht zu jeder Zeit geöffnet werden, es gibt also fixe Öffnungsintervalle. Wir lagen gut in der Zeit und erwischten solch ein Intervall, d.h. als wir ankamen war die Brücke bereits geöffnet und wir konnten ohne anzuhalten durchfahren.  Da wir keinen längeren Aufenthalt in Workum geplant hatten, fuhren wir nicht bis in den Ort hinein, sondern belegten die erste freie Liegestelle an der Kante. Lebensmittelvorräte und Getränke hatten wir in Lemmer aufgefrischt, ebenso war der Frischwassertank randvoll gefüllt. Da in weniger als 100m Entfernung eine Tankstelle war, beschloss ich, Diesel zu bunkern. Ich schnappte mir unsere klappbare Sackkarre und den 20l-Kanister und machte mich auf den Weg. Insgesamt habe ich so 120l gebunkert, unser Tank war wieder voll. Und nebenbei hatten wir noch Geld gespart, denn an den Wassertankstellen ist Diesel durchaus bis zu 50 Cent pro Liter teurer.  Nachmittags sind wir dann noch durch den Ort spaziert. Wie so häufig war auch hier in der Ortsmitte ein schöner Platz mit allerlei gastronomischen Angeboten. Wir genossen das Essen und die Sonne, bevor wir uns wieder auf den Rückweg zum Boot machten. Zufällig lag auch noch eine Eisdiele auf dem Weg, es gab also auch noch einen leckeren Nachtisch.  Obwohl wir neben einer Straße lagen, war die Nacht doch ruhig. Gut ausgeruht standen wir morgens auf, frühstückten noch ausgiebig und lösten dann um 9:00 Uhr die Leinen. Bis Makkum waren insgesamt 7 Hubbrücken zu passieren, jedoch keine Eisenbahnbrücke.  Heute lernten wir die Vorzüge Frieslands, das Paradies der Sportschiffer, kennen. Die meisten Brücken sind zwar nicht per Funk zu erreichen, aber sie werden noch von Menschen bedient. Und was noch viel besser ist, die Menschen sind direkt an der Brücke stationiert. Erreicht man solch eine Brücke, gibt man mit dem Signalhorn drei Töne (kurz-lang-kurz) und der Brückenwächter ist informiert. Häufig wird dann die Brücke sofort geöffnet. Das funktionierte wunderbar. Ich habe ca. 200m vor der Brücke das Signal gegeben, die Signalisierung wurde auf rot-grün geschaltet, das Signal dass die Brückenöffnung vorbereitet wird, und hatte ich die Brücke dann erreicht, war sie bereits offen. So schafften wir die 7 Hubbrücken und waren bereits um 11:00 Uhr in Makkum.  Kurz vor der Schleuse in Makkum, der Verbindung zum Ijsselmeer und zu den Sportboothäfen Makkums, fanden wir neben einer baumbewachsenen Rasenfläche einen Liegeplatz. Strom und Wasser war vorhanden, die dafür fällige Liegegebühr entrichteten wir im Hafenbüro neben der Schleuse.  Wir holten unsere Fahrräder vom Boot und fuhren an der Schleuse vorbei in Richtung der Sportboothäfen. Von dort aus konnte man in einiger Entfernung die Fluttore und den Abschlussdeich sehen, der das Ijsselmeer von der Nordsee trennt. Da Googles Routenplaner bis zu den Fluttoren nur eine Entfernung von 9 Km anzeigte, beschlossen wir, am nächsten Tag eine Radtour bis zu dem Bauwerk zu absolvieren.  Morgens war der Himmel blau und die Sonne strahlte, es war bereits jetzt angenehm warm. Wir schwangen uns auf die Räder und strampelten auf einer schmalen Straße immer am Deich entlang nach Norden. Kurz vor der Nordsee mussten wir nach links abbiegen und fuhren nun auf dem Abschlussdeich. Nun war deutlich zu merken, dass wir uns am Meer befanden. Es blies nämlich ein kräftiger Wind, und der kam wie beim Radfahren üblich, immer genau von vorne. Auf der Straße neben dem Deich hatte wir den Wind gar nicht bemerkt, der Deich hatte uns reichlich Windschatten gegeben. Wir ließen uns aber von dem Wind nur unwesentlich beeindrucken und erreichten unser Ziel. Die Aussicht auf das Meer und die Fluttore, sowie das Schleusentreiben war unsere Belohnung für die Anstrengung. Seltsamerweise hatten wir auf der Rückfahrt schon wieder Gegenwind, zumindest fühlte es sich so an. Den Rest des Tages haben wir dann nur noch mit Ausruhen verbracht.  Gegenüber der Tour zu den Fluttoren war der Ausflug zum Makkumer Strand ein Klacks, obwohl der Wind täglich zunahm. Wir erlebten einen feinen Sandstrand, im Wasser trainierten Surfer und Kitesurfer. Viele übten intensiv, einige sahen fast professionell aus, manche schienen auch nur das Aufsteigen auf das Surfbrett zu üben, das Absteigen klappte nämlich von ganz alleine. Wir bekamen am Strand eine kostenlose Hautreinigung, denn feiner Sand und starker Wind ergab in Kombination ein deutlich zu spürendes Peeling. Da zu viel Peeling auch nicht gesund sein kann, verließen wir den Strand und fuhren wieder in Richtung Hafen.  Ist man mit dem Schiff unterwegs, gehört das Lesen der Wetterberichte zu den täglichen Pflichten. Hatten wir bisher Wind der Stärke 5-6 gehabt, war die Prognose für die kommenden Tage jetzt Windstärke 9 in Böen sogar 10, d.h. Orkan wurde angesagt. Die Sonne sollte eine Pause einlegen und dafür Regen Einzug halten. Das wollten wir hier an der Küste dann doch nicht erleben, Weiterfahrt war also angesagt.  Sneek war das nächste Ziel. Es war nur 23Km entfernt, jedoch 13 Brücken „standen“ uns im Weg. Aber wir waren ja in Friesland, der Provinz in der es noch Brückenwärter gibt. So häufig war das Signalhorn noch nie in Einsatz, aber es funktioniert! Bereits nach 3 Stunden und 5 Minuten hatten wir den Hafen der Aquanaut-Werft in Sneek erreicht und lagen gut geschützt in einer Box. Das schlechte Wetter konnte kommen. zurück zurück Galerie Galerie zurück zurück Galerie Galerie