Sneek - Lauwersmeer

HoKo on Tour 2019 
Wir lagen sicher in unserer Box in Hafen der Aquanaut-Werft in Sneek und das Wetter wurde zusehends ungemütlicher. Zwar war es nicht kalt, aber der Wind blies immer heftiger und die sich häufenden Regenschauer wurden immer kräftiger. Nach zwei Tagen war es endlich geschafft. Es gab keine Orkan-Böen mehr und der Wind blies tagsüber nur noch mit Stärke 5-6. Auch der Regen hatte sich verzogen; es war zwar bewölkt aber immerhin trocken. Wir konnten endlich mit den Rädern zum Stadtrand fahren und dort die Originalfarbe unseres Bootes nachkaufen. Unser Schiff ist mittlerweile 13 Jahre alt und es müssen doch ein paar Stellen ausgebessert werden.  Der Sturm war vorbei, die Farbe war im Schiff verstaut, es gab für uns keinen Grund noch länger in Sneek zu bleiben. Wir machten uns auf den Weg nach Leeuwarden. Die 9 Brücken, die wir passieren mussten, störten uns überhaupt nicht. Bei den bisher gemachten Erfahrungen waren Brücken kein Hindernis. Es klappte auch wie gewohnt. Bis wir Leeuwarden erreichten. Bei der ersten Brücke gab es anscheinend keinen Brückenwärter, dafür aber wieder einen Funkkanal. Nur, das mit dem Funk funktionierte gar nicht, es antwortete einfach niemand. Nach einer guten halben Stunde standen mittlerweile 7 oder 8 Schiffe vor der Brücke und warteten auf die Brückenöffnung. Endlich wurde die Brücke gehoben und wir konnten in Leeuwarden einfahren.  Vor der nächsten Brücke fanden wir noch einen Liegeplatz an der grünen Kante. Ich hatte keine Lust, wieder so lange warten zu müssen, zumal wir bereits direkt am Rande der Innenstadt waren und es ab und an Regenschauer gab. Es war kein schöner Liegeplatz, aber wir legten trotzdem an.  Am nächsten Morgen sah es dann viel schöner aus, die Sonne schien und es regnete nicht. Was ich gestern nicht mehr bemerkt hatte, fiel mir nun sofort auf. Hinter der Brücke war ein Turm zu sehen, der den Eindruck erweckte, zur Seite zu fallen. Unser Liegeplatz war also in unmittelbarer Nähe zum Wahrzeichen Leeuwardens, dem schieve Oldehove. Nicht nur in Pisa gibt es einen schiefen Turm.  Nach dem Frühstück machten wir uns zur Altstadt/City auf. Die Altstadt mit ihren vielen, kleinen Läden lud zum Bummeln ein, während in der City eher die großen, bekannten Ketten zu finden waren. Es herrschte ein reges Leben, es waren anscheinend viele Touristen hier. Wir bewunderten noch den Stadhouderlijk Hof (früher Sitz des Statthalters von Friesland, heute Hotel), die Jacobinerkirche und natürlich die St. Bonifatiuskirche, benannt nach dem heiligen Bonifatius, der in Friesland zum Märtyrer wurde. Auf dem Weg zu diesen Sehenswürdigkeiten kamen wir an vielen alten Bürgerhäusern vorbei, die meines Erachtens auch sehenswert sind.  Unser nächstes Ziel war die kleine Stadt Dokkum, die auf dem Wasser nur 22Km entfernt war. Die Brücken waren alle - auch die Leeuwardener! - wieder mit Brückenwärtern besetzt, so dass wir Dank des Signalhorns gut vorankamen.  In vielen Städten gibt es einen Straßenring um die Innenstadt, in Dokkum gibt es einen Grachtenring um die Altstadt. Beide Uferseiten dürfen als Liegestelle benutzt werden, Strom und Wasser ist vorhanden und das Liegegeld in Höhe von 10€/Nacht ist angemessen. Hier haben wir einen besonderen Service erlebt: täglich fährt ein Gemeindemitarbeiter an beiden Grachtenseiten mit einem Elektrowagen vorbei und holt den Müll vom Boot ab, man muss lediglich den Müllbeutel an der Reling aufhängen oder sichtbar hinlegen. Ein einmaliger Service den wir nur in Dokkum erlebt haben.  Das Wetter war leider schlecht. Die Temperatur war ja angenehm, aber es wechselten sich Sonne und Regenschauer ab. Da die Altstadt jedoch relativ klein ist, haben die Regenpausen immer wieder gereicht, um die Stadt zu besuchen. Die Gassen waren schmal und meistens auch frei von Autos. Unter großen Sonnen-Regenschirmen konnte man an vielen Stellen das gastronomische Angebot im Freien genießen.  Für die Katholiken ist Dokkum übrigens ein Wallfahrtsort, denn hier wurde der Überlieferung nach Bonifatius ermordet. Eine kleine Kapelle erinnert daran.  Wärme und Regenfeuchte am Wasser ist manchmal eine schlechte Kombination. Waren wir bisher meistens verschont geblieben, erwischte es uns ein einer Nacht zweimal: Mückenalarm. Es war ein Schlaf in Etappen. Ich erjagte einmal zwei und später noch einmal drei Mücken. Dann war Ruhe, aber es war zu spät: die Moskitos hatten bereits erfolgreich zugestochen.  Auch wenn das Wetter nicht gerade zum Fahren einlud, entschlossen wir uns doch zur Weiterreise. Mittlerweile war bereits die zweite Augusthälfte angebrochen und wir wollten ja  bis zur Nordsee bevor die Heimreise begann. Wir bunkerten noch Frischwasser und lösten dann die Leinen. Unterwegs gab es immer wieder kurze Regenschauer, da mussten wir jetzt durch. Gegen 12 Uhr passierten wir die Schleuse in Dokkumer Nieuwe Zijlen und waren damit am Lauwersmeer. Kurz hinter Schleuse bogen wir in den Jachthaven Lunegat ein und machten unser Schiff fest. Ich hatte die letzte Leine noch nicht festgezurrt, da öffnete der Himmel seine Schleusen und es goss wie aus Kübeln. Ich war froh, dass wir im Hafen lagen. zurück zurück Galerie Galerie zurück zurück Galerie Galerie